New York - Weltreiseende

New York – Weltreiseende

Beinahe hätte unser Blog das gleiche Schicksal geteilt, wie so mancher anderer Reiseblog. Da ist dann am Ende der Reise gar kein Ende mehr. Plötzlich hat man den letzten Blogeintrag gelesen, aber da fehlt dann doch noch der Schluss. Inzwischen sind wir beide schon wieder zuhause und obwohl wir nicht direkt wieder arbeiten mussten, bleibt doch erstaunlich wenig Zeit (zumindest kommt einem das so vor). Aber was uns da so sehr beschäftigt hat, dazu dann später mehr. Hier soll es nun erstmal um die letzte Etappe der Weltreise gehen: New York .

Jammern auf hohen Niveau

Hatte es bisher immer ganz gut geklappt mit den Weltreiseticket Anpassungen, so blieb diesmal doch recht lange die Rückmeldung des Reisebüros aus und schlussendlich waren dann die Flüge nach Frankfurt so weit ausgebucht, dass aus den geplanten vier Tagen dann acht wurden. Sich über so was zu ärgern ist aber so wie ich gerade lernen müsste sehr in. Kann man gerade in der aktuellen Neon (Juni 2013) lesen. “Humblebrag” oder etwas umständlich übersetzt: Bescheidenheidspralen.

Funktioniert so, dass ich mich hier also beschwere, wie schlimm es ist dass ich nun vier Tage länger in New York bleiben musste und jeder andere der das dann liest wäre selber gerne mal dort, denn eigentlich in New York ja schon eine ziemlich coole Stadt.

“No sleep till Brooklyn…”

Nach meinem Flug mit Zwischenstopp in Dallas, kam ich doch mit einem deutlichen Schlafmangel an. Die Zeitverschiebung bei Flügen in östliche Richtung ist da dann auch keine Hilfe. Früh einchecken in meinem Hostel war leider auch nicht möglich, aber zum Glück war mir auf dem Weg dahin schon ein Café aufgefallen, in dem ich also mit Kaffee und Bagels die Zeit bis zum Check-In überbrückte.

Das Hostel war in einem erst vor kurzem umgebauten, alten Industriebacksteingebäude. Mit 50 $ pro Nacht in einem 3er Dorm noch die preisgünstige Alternative zu all den Unterkünften in Manhattan, die noch viel teuer waren und/oder mit schlechten Kritiken daher kamen. Und mir gefiel die Gegend echt gut in East Williamsburg im Norden von Brooklyn. Vergleichbar mit dem Schanzenviertel in Hamburg vor zehn Jahren. Viele der alten Backsteingebäude warben jetzt mit Loftwohnungen und es gab gleich eine ganze Reihe von extrem relaxten Cafés und Geschäften in der Nähe des Hostels. Und in knapp zehn Minuten war man von da dann auch in Manhattan.

9/11 und die Freiheit(-sstatue)

Jeder hat so seine eigene Verbindung zu dem Tag der Attentate auf das Word Trade Center in New York. Katrin und ich waren gerade auf dem Rückweg vom Kloster Andechs und bekamen so erst recht spät mit was passiert war. Wie klein die Welt doch ist, offenbarte sich aber als dann erste Hinweise auf die Täter kamen, die genau wie ich zum Teil an der TU Hamburg-Harburg studiert haben. Mit einem der Mittäter, der später noch verhaftet wurde, sass ich sogar bei der Elektrotechnik-Vorlesung.

Nicht nur deswegen war es für mich klar, dass ich das 9/12 Memorial besuche. Es fiel allerdings schwer sich echt vorzustellen, was an dem Ort vor gut 12 Jahren passiert ist. Das Museum war leider noch nicht fertiggestellt und so blieben nur die zwei quadratischen Wasserfälle die in den “Fußabdrücken” der Zwillingstürme aufgebaut worden waren.

Viel bewusster wurde, was Amerika seit dem beschäftigt. Das ganze Gelände war abgesperrt und mit Dutzenden, vielleicht sogar hunderter Kameras ausgestattet. Der Eintritt glich der Kontrolle, wie man sie sonst nur am Flughafen kennt. Angeblich war der Zaun nur da, weil parallel noch rundherum gebaut wurde. Später soll das Gelände dann frei zugänglich sein.

Danach bin erstmal weiter durch Downtown Manhattan spaziert bis zu den Anlegern der Fähren zur Freiheitsstatue. Richtig besichtigen kann man diese aber zur Zeit nicht. Nach einer recht langen Renovierung war die Freiheitsstatue gerade mal einen Tag auf, dann kam der Hurrikan Sandy der erst vor wenigen Monaten auch New York stark mitnahm und seitdem ist sie wieder geschlossen.

Kein Shoppingrausch

Natürlich kann man auch in New York gut einkaufen, halt so wie in jeder anderen größeren Stadt auch. Warum aber New York für Shoppingtrips so berühmt ist? Eigentlich wäre es ja auch für mich der perfekte Ort um endlich mal was zu kaufen. Schließlich haben wir uns das die letzten Monate während der Weltreise verkniffen, um's nicht die ganze Zeit mitschleppen zu müssen und zurückschicken ist zumindest in der “westlichen” Welt ein teures Vergnügen.

Ich traf zwar noch auf deutsche Shoppingfans, die noch “…eine Handtasche shoppen müssten…”, aber auch die waren enttäuscht, dass es nicht echt richtig billig ist in New York. Bei mir wurde es am Ende nur ein Golfputter, nach dem Eisensatz den ich in Los Angeles gekauft hatte. Letztes Jahr kurz vor Beginn der Weltreise war toller Weise meine alte Ausrüstung geklaut worden (aus unserem Auto in der Tiefgarage, neben knapp zwei Dutzend anderen, die auch aufgebrochen waren).

Weitere Highlights, zum Beispiel die Highline

Auch wenn Manhattan doch überraschend weitläufig ist, kann man es doch auch gut zu Fuß erkunden. Einfach 'ziellos' durch die Strassen schlendern ist einfach netter als ständig nach den im Guide beschriebenen Attraktionen zu suchen. Dabei entdeckte ich auch den Chelsea Golfclub. Dort konnte man zu typisch Manhattan Preisen auf die Drivingrange. Für das Geld kann man normal auch eine 9-Loch Runde spielen. Aber mitten in Manhattan Golfspielen ist schon etwas schräg.

Direkt in der Nähe findet man dann auch noch die Highline. Dabei handelt es sich um eine alte schon lange stillgelegte Bahntrasse über den Strassen von New York. Erst wollte man diese abreißen, aber eine Bürgerinitiative setzte sich für den Erhalt ein und nun hat man die Trasse in eine Gartenanlage im ersten Stock verwandelt. Aktuell aber noch nicht echt ein Ort der Ruhe. Massen von Touristen, so wie ich, besichtigten das neue Highlight der Stadt. Besser zum Ruhe finden sind die kleine Parks, auf die man immer wieder stößt zwischen den Häusertürmen Manhattans. Manche keine hundert Quadratmeter groß, aber ich fand es eine sehr nette Idee diese kleinen “öffentlichen Gärten”. Rauf auf die Parkbank und rein ins Internet, wenn man will, öffentliche Hotspots gab es fast überall.

Wenn es etwas größer sein darf gibt es ja noch den Central Park. Auch einer dieser Orte, die auch viele derjenigen kennen, die noch nie selber im New York waren. Madison Square, 5th Avenue, Grand Central, Time Square und so weiter. Plötzlich stehe ich da und denke: Kenn' ich schon, auch wenn ich jetzt zum ersten mal selber da stehe. Aber zurück zum Central Park. Der ist nicht umsonst so bekannt. Hier sieht man Manhattan mal aus einer ganz anderen Perspektive.

Auch wenn ich mich erst ärgerte über die ungeplante Verlängerung, so war es doch recht angenehm ohne großen Zeitdruck die Stadt zu erkunden. Bei einer weiteren Erkundungstour ging es zum bzw. über einen weiteren Klassiker: die Brooklyn Bridge. Leider war diese wegen Renovierungsarbeiten nicht ganz so wie man sie schon x-fach auf Fotos gesehen hatte.

Auf der Brooklyn Seite stieß ich zufällig noch auf eine Laufmesse für den anstehenden Brooklyn Halbmarathon. Das wäre natürlich auch ein schöner Abschluss gewesen, nur leider war der Lauf erst zwei Tage nach meiner Abreise. Allerdings gab es dann doch noch eine sportliche Alternative: Baseball

New York Yankees

Ich hatte schon fast in einem der Fanshops mein Ticket gekauft, allerdings hatten diese gerade Probleme mit dem Ticketsystem. Zum Glück, denn Online gab es die Option ein Ticket für 5$ zu kaufen, wenn man mit einer MasterCard bezahlte.

Meine Mitbewohner im Hostel hatten mich aber auch schon “gewarnt”. Zum Baseball geht man mit Freunden Bier trinken und smalltalken und das Spiel läuft so nebenbei. Meine Versuche mir diese Freunde noch zu organisieren scheiterten leider daran, dass die Aufenthalte meiner Zimmernachbarn immer deutlich kürzer waren als meine acht Tage. Ich fühlte mich schon wie ein Langzeitbewohner, da ich fast ein Dutzend Mitbewohner hatte in dem Dreierzimmer.

Also ging ich schlussendlich allein zum Baseballspiel. Vorher noch etwas Regelkunde, damit ich auch grob verstehe, was da auf dem Platz so vor sich geht. Was ich zum Beispiel erst dabei lernte: Wird der Baseball direkt aus der Luft gefangen, dann ist der Läufer aus, egal wie schnell er auf der nächsten Base war. Ohne dies zu wissen, kann so ein Baseballspiel doch recht willkürlich aussehen. Gute drei Stunden hielt ich durch, mir dieses doch recht träge Spielgeschehen auszuschauen. Überhaupt nicht zu vergleichen mit der Dynamik eines Fußballspieles.

… und Schluß!

Wohl am irritierendsten war das Gefühl in den letzten Tagen, dass ich bald nicht mehr Backpacker in New York war, sondern Arbeitsloser in Deutschland. Von außen betrachtet mag da so rein “technisch” kein Unterschied bestehen.

Meine letzten Mitbewohner luden mich noch ein mit nach Boston zu fahren, da hätten sie nur leider früher mit kommen müssen, da zwei Tage später der Rückflug geplant war. Nochmal schön mit Singapore Airlines im A380 geflogen und das war es dann. Weltreise beendet. Jetzt ging es darum wieder sesshaft zu werden, so mit Job und Wohnung. Gleich in der ersten Woche nach meiner Rückkehr standen die ersten Vorstellungsgespräche an.

201305UsaNewYork

Created 2013-05-20 15:25:22 +0000

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