Mit dem 1$ Camper zum Yosemite Park

Mit dem 1$ Camper zum Yosemite Park

Da wir ja nun schon in Australien einen Jucy Campervan hatten, surfte ich auch mal auf die US Seite und fand dort ein Superangebot: Relocation von Los Angeles nach Las Vegas oder nach San Francisco für nur einen Dollar pro Tag!

Natürlich ist es dann nicht ganz so toll, wie es auf den ersten Blick scheint, da die Sache doch ein paar Haken hat: Maximale Mietdauer sind nur drei Tage und die inklusiv Meilen kaum mehr als die direkte Strecke. Las Vegas mit einem Schlenker über den Grand Canyon liess sich so kaum machen, aber rauf nach San Francisco mit einem Abstecher in den Yosemite Park war schon machbar.

Es blieb natürlich nicht bei den drei Dollar. Dazu kamen noch Versicherung (typisch deutsch…), extra Meilen und ein Navi. Aber über 130 $ für eine Campervan für drei Tage konnte man sich noch immer nicht beschweren. Im Prinzip waren es vier Schlafplätze. Schon etwas Verschwendung den Van nur alleine zu nutzen. Und nach unserem Jucy in Australien der wohl schon so 10 Jahr auf dem Buckel hatte, bekam ich diesmal einen der maximal ein Jahreswagen war, den Jucy gerade umgebaut hatte und ich war somit der erste Nutzer.

Yellowstone oder Yosemite

Nachdem mir gefühlt eine Stunde lang alle Funktionen des Vans erklärt worden, konnte es endlich los gehen Richtung Norden. Also erstmal grob was ins Navi eingegeben was in der Richtung lag und dann raus aus Los Angeles.

Etwas ungünstig war nur, dass ich inzwischen der Meinung war, es wäre der Yellowstone Park der leicht östlich von San Francisco liegen sollte. Ich hatte sogar schon fast dort den Zeltplatz gebucht. Kein Wunder auch, dass der Yellowstone Park nicht im Navi zu finden war (war wohl nur ein Kalifornien Navi und nicht die kompletten USA). So auf halber Strecke, als ich dann doch mal den exakten Zielort eingeben wollte, offenbarte sich aber der Irrtum. Es ging also zum Yosemite, also keine Geyrsire und farbenfrohen heißen Quellen. Schade, die Bilder im Lonely Planet sahen so nett aus.

Campen, jetzt wird's wild

Den Schlafplatz hatte ich ja jetzt mit dabei, so dass ich vorab nur noch die erste Unterkunft in San Francisco gebucht hatte. Ich wollte halt schauen wie weit ich denn direkt am ersten Tag kommen würde. Umso weiter, umso mehr Zeit hätte ich halt dann im Yosemite. Ab und zu sah ich dann auf dem Freeway auch Hinweisschilder zu Campingplätzen, aber da war ich gerade zwei, drei Stunden unterwegs.

Dummerweise blieben diese Schilder aus als ich dann doch mal so langsam einen Stopp machen wollte. Manche Orte durch die ich dann am frühen Abend kam sahen wenig einladend aus, so dass ich immer weiter fuhr.

In einem etwas größeren Ort füllte ich dann den Kühlschrank und machte Abendessen. Erst überlegte ich dort zu bleiben, weil es zumindest belebter war als in den traurigen Orten davor, aber zum Wild campen war es dann doch zu belebt. Das Navi war auch nicht echt eine Hilfe, da man zwar eine handvoll Campingplätze aufgelistet bekam, die aber alle noch gut eine Stunde weit weg waren und auch nicht direkt auf dem Weg lagen.

Schlussendlich landete ich in einem kleinen netten Örtchen, wo ich dann in einer Nebenstraße einen Parkplatz vor einer Kirche fand. Kurz darauf fuhr zwar noch der “Sherrif” vorbei, aber der hatte wohl andere Dinge zu tun, als sich um mich zu kümmern.

Am nächsten Morgen bin ich dann keine 5 Meilen weiter an einem Campingplatz vorbeigekommen. Murphey's Law…

Warteliste Platz 25

Der Yellowstone Park liegt noch mal gut 300 Meilen weiter nördlich, was wohl auch der Grund war, dass dies das erste Wochenende war an der der Park wieder geöffnet wurde. Schien mir recht unwarscheinlich, dass der Park direkt am ersten Wochenende super voll werden würde. Aber es ging ja dann zum Yosemite und dazu war natürlich noch der ungünstigste Tag der Woche: Samstag.

Schon an der Parkeinfahrt wurde ich mit dem Hinweis begrüsst, dass alle Campingplätze ausgebucht wären. Erstes Ziel war deshalb die Touristeninfo im Park, um zu schauen wo ich denn dann noch einen Platz finden würde. Glücklicherweise machte mich dann aber einer der Parkranger darauf aufmerksam, dass es die Möglichkeit gab auf eine Warteliste zu kommen, da immer eine gewisse Anzahl von Buchungen kurzfristig storniert werden.

Vergabe der Plätze war um 15 Uhr, so dass ich die Zeit bis dahin nutzte mich ein bisschen umzusehen in der Umgebung.

Vernal und Nevada Wasserfall

Der Yosemite Park ist unter anderem für seine Wasserfälle bekannt. Der Yosemite Fall ist mit seinem 739 m der höchste Nordamerikas und immerhin auf Platz 18 in der Wasserfallweltrangliste. Aber den Yosemite Fall wollte ich mir später anschauen, nachdem ich meinen Campingplatz sicher hatte.

Ich hatte also gut vier Stunden Zeit für die 2 x 5,5 km. In Schottland hatte uns schon die eine Wanderung zu einem gut 100 m hohen Wasserfall sehr gefallen, hier ging es dann doch in eine etwas andere Dimension.

Normal habe ich eigentlich immer die Regenjacke im Gepäck, diesmal wäre sie echt nötig gewesen. Nicht dass das Wetter schlechter wurde – es waren die gut 200 m die man durch den Sprühregen des Vernal Wasserfalls hindurch laufen musste.

Danach war ich komplett durch. Aber da konnten die Outdoorklamotten mal beweisen wofür sie gut sind. Denn keine halbe Stunde später waren sie wieder getrocknet. Dummerweise musste ich auf dem Rückweg nocheinmal hindurch.

Die Runde lohnt sich aber auf alle Fälle, nicht nur die Wasserfälle beeindrucken, die ganze Landschaft an sich ist wie aus dem Bilderbuch. Nach knapp 2,5 h war ich zurück und so blieb noch genug Zeit für einen Kaffee, bevor die Campingplätze vergeben wurden.

Campingplatz – doch nicht…

Eigentlich hatte man mir doch recht Hoffnung gemacht, als ich mich in die Liste eintrug, da am Vortag alle einen bekommen haben, weil auch bei der Vergabe nicht mehr alle kommen die eigentlich auf der Liste stehen. Allerdings gab es nur sieben Plätze zu vergeben, so dass nach Nummer 20 auf der Liste leider Schluss war und ich hatte halt Nummer 25.

Zumindest gab es als “Trostpreis” eine Liste mit Campingplätzen außerhalb des Parks. Ich wählte einem im Süden des Parks, da dort auch Waldstück war mit “Riesenbäumen”. Aber erstmal ging es zum Campingplatz. Diesmal fand ich den sogar im Navi, was recht gut war, sonst wäre ich einfach daran vorbeigefahren. Kein Schild an der Hauptstraße wies auf den Campingplatz hin, nur mein Navi meinte plötzlich ich wäre angekommen. Aber ohne nochmal nachzufragen hätte ich den Platz nicht gefunden.

Ich bucht eine Nacht und war ganz glücklich endlich einen völlig legalen Stellplatz zu haben und mich in aller Ruhe ums Abendessen kümmern zu können. Ursprünglich war die Idee zwei Nächte im Park zu bleiben, um dann am letzten Tag früh aufzustehen und direkt nach San Francisco zu fahren. Allerdings waren das mindestens vier Stunden Fahrt und der Wagen musste auf alle Fälle vor 11 Uhr zurück sein. Im Nachhinein wäre dass doch besser gewesen, aber dazu später noch mehr.

Mammutbäume

Auch etwas was auf meiner Wunschliste stand für die USA waren diese Riesenbäume (hier waren es sogenannte Giant Sequoias) und so war ich recht erfreut als ich auf dem Plan des Yosemite Parks entdeckte, dass es hier gleich mehrere Gegenden gab, wo man diese finden konnte.

Die Bäume sind teilweise über 3000 Jahre alt und werden bis 95 Meter hoch bei einem Durchmesser von bis zu 12 Metern. Auf Fotos ist das gar nicht so leicht festzuhalten, wie groß die in echt sind. Nur im Vergleich, wenn auch noch Personen davor stehen wird es wirklich deutlich.

Nie wieder ein Garmin Navi

Hatte mich das Navi auf dem Hinweg zum Yosemite schon enttäuscht, so wurde es auf dem Weg nach San Francisco nicht besser. Ich war eigentlich schon recht schnell kurz vor San Francisco und wollte mir dann direkt in der Nähe von der Jucy Vermietstation einen Campingplatz suchen. Also ein Blick ins Navi: 0,6 Meilen bis zum 'Trailerpark Heaven'. Der Name machte mich schon etwas stutzig und zu recht. Der Platz sah mehr wie ein geteerter Parkplatz aus. Mit einem Wohntrailer neben dem anderen.

Ein paar zwielichtige Gestalten beobachteten mich als ich vor'm Trailerparkbüro stand. Zwei nette Zettel an der Bürotur machten dann nur zu deutlich: Die Leute machen hier keinen Urlaub, die wohnen hier.

If you are sick stay out of the office.
If you are sick and have to pay the rent stay out and drop the money in the mailbox.

Also ging es weiter zu Nummer zwei auf der Liste – diesmal schon 10 Meilen entfernt.

Aber was musste ich zu meinen Erstaunen feststelle: Es war gar kein Campingplatz, es war eine Parkanlage zum Spazieren und so. Nummer 3, dann wieder das selbe. Was bringt einem da ein Navi, wenn dort Parkanlagen und Campingplätze in der selben Liste stehen…

Schon wieder wild campen – hmm – ich schaute also mal was booking.com zu bieten hatte in der Nähe. Das einzige was preislich akzeptabel war, sprich weniger als 200 $ kostete wurde beschrieben als:

  • …Rezeption ähnlich gesichert, wie ein Bankschalter, aber das scheint in der Gegeng auch nötig zu sein…
  • …wir waren mit dem Auto da. Ist auch keine Gegend in der man abends rumlaufen sollte…

Ich fuhr also weiter auf der Suche nach einem netten Plätzchen. Diesmal wurde es eine Gegend mit schicken Einzelhäusern, wo ich meine “Zelte aufschlug”. Das letzte mal wild Campen und nie wieder ein Garmin Navi!

201305UsaYosemite

Created 2013-05-09 18:44:07 +0000

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