Grampians National Park: Back to the basics

Grampians National Park: Back to the basics

Nachdem wir unsere erste Woche in Melbourne gezwungenermaßen auf elf Tage verlängern mussten, ging es endlich auf Tour. Dann kann unser Roadtrip ja beginnen.

Jucy

In Asien war es nicht echt eine Option und in Neuseeland haben wir noch darauf verzichtet mit einem eigenen Auto unterwegs zu sein. In Australien haben wir uns dann endlich mal einen dieser Minicamper ausgeliehen für zwei Wochen.

Alles drin was man so braucht:

  • Schlafplätze für zwei
  • Küchenausstattung
  • Gasherd und Spüle
  • Kühlschrank
  • DVD Player

Naja, den DVD Player braucht man natürlich nicht und die DVD, die es noch zu leihen gab, waren nicht echt die aktuellen Blockbuster. Aber mit der restliches Ausstattung waren wir auf die Campingherausforderungen, die da kommen sollten, schon mal gut vorbereitet. Und die liessen nicht lange auf sich warten.

Grampians Paradies

Als wir nach den ersten Tagen in Melbourne Unterkünfte suchten für unseren Great Ocean Road Trip, war schnell klar, dass das Osterwochenende wohl der schlechteste Zeitpunkt war dies zu machen. Darum erst die Idee einen kleinen Schlenker ins Inland zu machen und erst dann zurück zur Küste. Der Grampians National Park hörte sich recht gut an, aber selbst da war es entweder schon lange ausgebucht oder astronomisch teuer (und unseren Hong Kong Hotel Rekord wollten wir nun echt nicht brechen). Also blieben wir halt länger in Melbourne. Hängen geblieben in meinem Gedächtnis war aber der Campingplatz Grampians Paradies, der ganz gute Kritiken bekommen hatte.

Also buchten wir, als unser Camper geregelt war dort gleich zwei Tage. So genau was wir da gebucht hatten wussten wir also nicht, aber wir waren glücklich genug unseren Absprung aus Melbourne endlich geregelt zu haben.

Wir waren nun echt nicht zum ersten Mal campen, waren dann aber doch überrascht wie ab vom Schuss es war. Die letzten fünf Kilometer gingen über eine Schotterpiste, die zwar im guten Zustand war, aber mich schon zweifeln ließen, ob das noch als ‘befestigte’ Strasse galt, die wir laut unserem Camper-Mietvertrag ausschliesslich zu benutzen hätten.

Die Toiletten und Duschen waren o.k., also schon mal die halbe Miete. Nur normales Leitungswasser war das nicht. Zum Duschen und Abwaschen gab es gefiltertes Flusswasser, dass durch Baumharze eine tiefbraune Farbe hatte und nicht zum trinken empfohlen wurde. Dafür gab es das Regenwasser, was ebenfalls gefilter und per UV entkeimt wurde. Dass hatte dann nur noch eine leichte Verfärbung. Heisses Wasser gab es per Solarkollektoren und abends dann per Holzofen.

Der reinste Zoo

Schon auf dem Weg hatten wir die ersten Kängurus gesehen, allerdings erst gut ein halbes Dutzen am Strassenrand liegend. Erst viel später hüpfte dann das erste noch lebende vor uns über die Strasse, da ärgerten wir uns noch, dass wir nicht schnell genug die Kamera zur Hand hatten. So ein Quatsch, es sollten noch genug andere Kängurus kommen.

Danach sahen wir dann welche auf der Wiese gegenüber vom Campingplatz und waren wieder ganz begeistert (Warum haben wir uns eigentlich Kängurus im Melbourner Zoo angesehen?). Da wussten wir noch nicht, dass die später auch Kreuz und Quer über das Campinggelände hüpfen würden. Wenn man im Dunkeln dort mit seinen Stirnlampe rumlief schauten einen immer wieder die Kängurus mit ihren leuchtenden Augen an.

Nur einmal sah ich noch ein Opossum, aber Kängurus waren echt keine Mangelware. Nicht zu überhören waren auch die Kakadus mit ihren Gesang, der klang, als würden sie jemanden auslachen. Es gab noch eine Vielzahl andere bunter Vögel und scheinbar jeder Australier kennt die alle beim Namen.

Sehr gesellig, die Australier

Wir waren schon echte Proficamper. Nachdem wir gut vier, fünfmal zwischen Auto und Campingplatz-Küche hin und her gependelt sind, hatten wir unsere Sachen zusammen zum Kochen. Nur leider hatte dort der Gasherd keine eingebauten Zünder und wir als Nichtraucher natürlich kein Feuerzeug dabei. Aber Camper die am Lagerfeuer saßen sollten so was wohl haben. Neben einem Feuerzeug bekam ich da dann auch gleich die Einladung ihnen doch beim Lagerfeuer Gesellschaft zu leisten.

Grandpa erzählte uns viel über die zu hörenden Vögel und war ganz erstaunt, dass sich Katrin scheinbar mit Merinoschafen auskannte (er war selber Schafzüchter). Die Enkeltöchter übten bei Katrin Zöpfeflechten und die Tochter war selber auch mal für ein Jahr auf Weltreise und lebte jetzt in Melbourne.

Am zweiten Abend kamen wir mit einem jüngeren Pärchen ins Gespräch. Sie war gerade dabei eine Eintopf zu kochen – mit Känguru. Die Einladung mal zu probieren schlug ich nicht aus, man muss ja auch mal was lokales essen. Schmeckte nicht schlecht, ist aber schwer zu beschreiben, so ein bisschen eine Mischung aus Hähnchen und Rind.

Der National Park

Unser Campingplatz lag zwar direkt am Grampians National Park, aber die meisten Wanderrouten beginnen rund um Halls Gap, knapp 20 min mit dem Auto davon entfernt. Da wir mit Frühstück und so mal wieder etwas später dran waren, gab es erstmal nur eine kleine zwei, drei Stunden Wanderung. Ich wäre zwar gerne zum “The Pinnacle” gewandert, aber das wären offiziell fünf Stunden geworden es war inzwischen schon fast drei Uhr.

Die kleine Runde war eine fast Gipfelbesteigung (Boronia Peak) bei der wir zwei Australier aus Perth getroffen haben. Naja, bis Perth werden wir bei dieser Australienreise wohl nicht mehr kommen. Aber die beiden waren selber schon weit rum gekommen. Es hörte sich so an als ob sie so gut jedes zweites, dritte Jahr in Europa Urlaub machen. Schon was anderes nach Grandpa vom Vortag, der außer einmal nach Bali, nicht weiter aus Australien rausgekommen war.

Der Rest der Route warb damit, dass man Wildlife erleben könnte. Es gab ein paar Emus und wieder eine ganze Menge weiterer Kängurus.

Wenig später kamen wir dann zum Brambuk Culture Centre, was uns in der Touristeninfo auch wegen dem Cafe empfohlen wurde. Das hatte nur leider zu. Also blieb uns der Kulturteil. Immerhin mal wieder was zur Kultur der Aborigines. Im Gegensatz zu Neuseeland ist es nicht echt ein integraler Bestandteil der australischen Kultur. In Australien hat man als die ersten europäische Siedler ankamen das Land als “Terra Nullius” sprich Niemandsland betrachtet und einfach mal ignoriert, dass die Aborigines eigentlich schon viel früher da waren.

Am zweiten Tag sind wir dann zum sogenannten Wonderland Carpark gefahren, da es da noch eine kurze Wanderung in den recht spannend aussehenden Grand Canyon gab. Ist natürlich nicht zu vergleichen mit dem viel bekannteren Grand Canyon in den USA, aber schon ein tolle Abwechslung zu unseren bisherigen Hikes.

Sehr praktisch war auch noch die Tatsache, dass der Weg durch den Grand Canyon schon das erste Stück einer Alternativroute zum “The Pinnacle” war. Katrin konnte ich zwar nicht mehr davon überzeugen mitzukommen, aber so konnte ich es mir halt anschauen. Etwas flotten Schrittes, war es dann auch vom Ende des Grand Canyon gerade mal noch eine halbe Stunde rauf und wäre dann auch im Prinzip auch wieder knapp eine halbe Stunde runter gewesen, wenn ich nicht den Wegweiser übersehen hätte – Links zum Wonderland Carpar und Rechts zum Halls Gap. Ich ging halt rechts und wunderte mich dann doch schnell wie unbekannt mir der Weg vorkam (aber runter sieht es halt immer etwas anders aus als hoch). Naja, schlussendlich bin ich dann mit einer halben Stunde Umweg doch noch wieder am rechten Ort angekommen.

Es hatte sich auf alle Fälle gelohnt da rauf – echt eine imposante Location und der perfekte Abschluss unseres Besuches im Grampians National Park.

201304AustralienGrampians

Created 2013-04-05 06:50:45 +0000

Zeige Bilder 1-12 von 74
IMAGE_D5C1A0EA-AEFB-4999-931C-F09584CB8106.JPG IMAGE_622DB0D6-D24F-4034-A086-D9F5AC4C5B37.JPG IMAGE_52A1D5D1-6DF6-43CF-A26A-B7D7E1C576D9.JPG IMAGE_CA59A444-6D1B-445B-8DF8-6C6C93236E45.JPG IMAGE_50FC85A9-E577-433E-8D61-0F8F9CE5B253.JPG IMAGE_51A538E6-A3E6-4AD9-AFF7-AFBE6C9C6AFC.JPG IMAGE_E5334859-C6F0-48AB-9533-61149CD21E92.JPG IMAGE_E5334859-C6F0-48AB-9533-61149CD21E92.JPG IMAGE_B382CC8F-DF55-44F0-9ECE-D3B229851E3C.JPG IMAGE_20D26EBB-C852-49D5-853A-C5D828CDBF6F.JPG IMAGE_B113DB6B-64D2-4E3A-8582-D9C917FD743E.JPG IMAGE_C9AB906F-2993-45D0-A394-4C597DB3142A.JPG
Zeige Bilder 1-12 von 74