Rotorua - es stinkt!

Rotorua – es stinkt!

Normal ist Mief etwas warum man ein Hostel nicht mag oder sogar schlechte Kritiken schreibt. In Rotorua ist es einer der Gründe warum man hierher kommt. Naja, nun nicht echt wegen dem Schwefelgestank an sich, eher wegen der bunten Schwefelseen, den blubbernden Schlammgruben und den Fontänen der Geysire.

Funky Green Voyager Hostel

Bisher sind wir allgemein ganz gut gefahren mit den Hostels in Neuseeland und der Tipp aus dem Lonely Planet war da keine Ausnahme. Man hatte das Gefühl das es den Besitzern es echt wichtig war, dass es eine gute und günstige Unterkunft für Backpacker gab.

Hatten wir uns in Auckland schon gewundert, wie viele Deutsche es doch gab, wurde dies hier auf die Spitze getrieben. Fast 90% kam aus Deutschland, was vielleicht auch an der dt. Frau des Hostelbetreiberpaares liegen könnte und an der Popularität vom Work and Travel Visum in Deutschland. Angeblich soll es in Australien noch extremer sein. Da hätten wir uns ja wie zu Hause gefühlt, wenn wir vor fünf Jahren, so wie ursprünglich geplant, nach Sydney statt nach Amsterdam ausgewandert wären.

Mitai Maori Village

Für den ersten Abend hatten wir schon auf dem Hinweg einen Abend mit Maori Show und Essen gebucht im Mitai Maori Village. Statt wieder am ersten Abend nur etwas durch den Ort zu laufen und am nächsten Tag festzustellen, dass wir eigentlich zu wenig Zeit haben in Rotorua. Wir mussten aber wieder lernen, dass unsere Weltreiseerfahrungen aus anderen Ländern nicht übertragbar sind. Musste man in Südostasien noch davon ausgehen, dass die Unterkünfte einem gerne Ausflüge vermitteln, wegen der Provision und man dann also draufzahlt, hätten wir im Funky Green gut 20% sparen können, was insbesondere ärgerlich war da der Abend pro Person gut 60 € kostete.

Der Abend war touristisch, aber das wussten wir vorher. Trotzdem eine nette Möglichkeit sich mal Näher mit der Maori Kultur zu beschäftigen. Die Maori sind die Ureinwohner Neuseelands und über die neuseeländischen Grenze insbesondere durch das Rugby Nationalteam bekannt, da dieses vor Beginn des Spieles immer mit einem maori Haka Tanz beginnt, mit dem der Gegner eingeschüchtert werden soll.

Das Programm war erst etwas Show mit Maoris die in einem Waka (Kanu) den Fluss heraufgepaddelt kommen, dann etwas Bühnenshow, wo die Riten, Lebensweisen und Gesang und Tanz präsentiert wurde. Ein Haka mit dem hier zum Maori-Kulturgut gehörenden Zungerausstrecken durfte natürlich nicht fehlen.

 

Dann gab es ein Hangi. Das ist Lamm- und Hühnerfleisch, was zusammen mit Süsskartoffeln über Stunden auf heissen Steinen gegart wird. Laut unserem Maoriguide soll es 32 Stunden gedauert haben. Schade nur, dass das Abendprogramm so eng getaktet war, dass für’s Essen selbst nur etwas länger als eine halbe Stunde blieb.

Danach dann noch eine kurze Wanderung durch den Wald ausgerüstet mit Taschenlampen. Der Höhepunkt der kleinen Wanderung durch den Wald war ein kleiner See an dem es Glühwürmchen zu sehen gab – natürlich mit Taschenlampe aus in dem Fall. In Summe ein recht netter Abend.

Während unseres Aufenthaltes gab es im lokalen Rugby Stadium auch ein Festival, bei dem verschiedenste Maori Stämme ihre Tänze aufführten. Wäre auch eine gute Alternative gewesen zum Maori Abend, da es nur 20 € gekostet hätte und laut Mitbewohnern unseres Hostels auch nicht so touristisch war.

Geothermik

Ein Geysir im Te Puia Park

Die eigentliche Hauptattraktion des Ortes ist aber die sehr präsente Geothermik. Der See in Rotorua ist der Krater eines Vulkans und auch sonst gibt es in der Stadt zwei Parks in denen es blubbert und brodelt und natürlich gut nach Schwefel “riecht”.

Es gibt auch noch einige grössere Parks die etwas bunter, grösser und beeindruckender sind, aber leider auch Eintritt verlangen und da sie etwas ausserhalb liegen auch gleich noch eine Shuttleservice nötig machen. Wir haben uns dann erstmal für die Alternative Wandern entschieden (von da konnte man zumindest vom Berg aus auf den Te Puia Park schauen, daher also das Foto vom Geysir).

Redwood Whakarewarewa Forrest

Wir sind zum Wandern gewandert. Der Wald ist gut 5 km entfernt und es gibt sogar einen Linienbus dorthin, aber man kann die Strecke auch laufen und kommt dann auch noch wieder an ein bisschen Geothermik vorbei.

Wer im Wald selber dann noch mehr erwartet, der wird enttäuscht. Mal abgesehen von dem Blick über Te Puia vom Berg aus (Pohaturoa Track, ca. 2 h), gibt es geothermisch nicht echt was zu sehen. Der Wald selber ist eine Sammlung verschiedenster Baumsorten, da man Ende des 19. Jahrhunderts, Anfange des 20. Jahrhunderts hier ausprobiert hat, welche Sorte am besten geeignet sind für die Forstwirtschaft.

Danach sind wir noch den Quary Track (ca. 1,5 h) gelaufen. Von der eigentlichen 3,5 h Strecke wurde uns im Infocenter abgeraten, da ein Teil der Strecke gerodet war. Für die 8 h Strecke waren wir zu spät dran und so ganz ernst hatte Katrin es wohl dann doch nicht gemeint damit, dass wir die ja hätten machen können, wenn wir den Bus genommen hätten.

Golf statt Kultur

Am letzten Tag haben wir dann noch etwas ganz anderes gemacht, statt immer nur alle Reiseführer “Must-sees” abzuhaken. Im Gegensatz zu vielen anderen Aktivitäten hier in Neuseeland, war es sogar richtig günstig. Greenfee für die 9-Loch Anlage (auf der man dann auch 18 Loch spielen durfte), war gerade mal 10 €. Unser Touristpackage mit kompletten Leihset, Tees und Golfbällen kostete dann auch nicht mal 30 €. Im Vergleich dazu kostet die 1,5 stündige Tour durch das Lord of the Rings Hobbit Dorf in Matamata gleich mal das doppelte.

Eigentlich wollte ich danach noch in Rotorua Museum, aber Katrin verkündete einen Budgetfreeze…

Nach den ganzen günstigen Ländern in Asien, haben wir uns noch immer nicht ganz an das Preisniveau gewöhnen können. Essen und Unterkünfte das passt soweit, aber jede kleine Attraktion kostet gleich ein Vermögen. Der Geothermik Park Wai-O-Tapo kostet mit Shuttle 40 €, wer Raften will kommt nicht unter 100 € weg und selbst Kanu leihen für einen Tag kosten mal eben 50 €. Natürlich sind das alles Dinge, die man sich schon leisten kann, nur halt nicht jeden Tag. Wer dies alles mitnehmen will, sollte sich schnell davon verabschieden mit einem 70 € Tagessatz in Neuseeland auszukommen.

Weiter geht’s…

…nach Wellington. Und damit wollten wir eigentlich die Nordinseln abschliessen. Im Hostel hatten wir uns allerdings mit einer andere Deutschen unterhalten über die Toringa Crossing und dass ihr das Hostel da noch besser gefallen hatte. Also wollten wir dann nach Wellington doch noch mal einen Schlenker zum Toringa National Park machen. Es wäre zwar viel schlauer gewesen, dies noch vor Wellington zu machen, aber wir hatten inzwischen erfolgreich über Couchsurfing eine Unterkunft in Wellington organisiert und wollten da nun nichts mehr daran ändern.

201302NeuseelandRotorua

Created 2013-02-24 06:45:07 +0000

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