Heimatgefühle in Peking

Heimatgefühle in Peking

Der Empfang in Peking war sehr herzlich, auch wenn es erst etwas Anlaufschwierigkeiten gab.

Netterweise wollte uns Andreas vom Flughafen abholen, womit eigentlich die erste Herausforderung, die sonst am Flughafen auf einen wartet ausbleiben sollte. Keine Suche nach dem Shuttlebus, dafür suchten wir Andreas. So gross war die Empfangshalle nicht, als dass man sich echt übersehen konnte.

Mit dem Restguthaben unserer Thai SIM fragten wir mal per SMS nach. Allerdings auf der Privatnummer ohne Erfolg, also auch nochmal auf der Firmennummer. Zum Glück kam dann endlich eine Rückmeldung “Bin unterwegs”. Es dauerte aber noch einige weitere SMS bis unser Guthaben am Ende war, aber immer noch konnten wir Andreas nicht draussen am Ausgang 10 entdecken. Andreas war am falschen Terminal, oder wir je nach dem wie man es sieht. Da wir von Hong Kong kamen, landeten wir am Terminal 1 (Domestic Flights) und normal kam der Besuch halt am Terminal 3 für internationale Flüge an.

Als erstes ging es dann erstmal zu den Nachbarn unserer Gastgeber Martina und Andreas, die dortige Party war wohl auch einer der Gründe warum man uns erst vergessen hatte. “Bin unterwegs” stimmte erst 5 min später.

Dort gab es dann lecker deutsches Abendessen. Das hatte wir ja nun lange nicht mehr gehabt. Nicht mal 'zu Hause' in den Niederlanden, da wir da abends in der Regel warm aßen. Richtig lecker, wir fühlten uns gleich heimatlich bei den Nachbarn Katharina und Karsten.

Die To Do Liste

Am ersten Abend wurde uns erstmal von unseren Gastgebern eine To Do Liste gemacht, was wir uns anschauen und essen müssen. Die Karte von Peking war in einem Glasrahmen und darauf wurde mit einem Edding alles aufgeschrieben und eingekreist – super proffessionell.

Heimatgefühle in Peking

Warum?

  1. Unsere Gastgeber waren Deutsche.
  2. Wir waren zu Besuch bei Ihren deutschen Freunden.
  3. Wir waren beim deutschen Pub Quiz.
  4. Es gab Leberkässemmeln bei Michael's German Bakery.
  5. Es gab richtig leckere Körnerbrötchen von Michael's German Bakery.
  6. Wir haben einen Glühwein bekommen von Michael's German Bakery.
  7. Bei Katharina und Karsten gab es ein leckeres deutsches Abendbrot mit Brot, Wurst, Käse, Tomaten und Gurken aus dem Glas.
  8. Wir haben mit Martina morgens immer richtig lange und gemütlich gefrühstückt mit Schwartau Marmelade, Brötchen, Milchkaffee, Nutella, Wurst und Käse.
  9. Wir haben Götterspeise mit Gummibärchen gekocht.

…über solche Sachen kann man sich wohl am meisten freuen, wenn man auf Weltreise ist und ein zu Hause und Heimat Gefühl für diese Monate nicht hat…

Die verbotene Stadt und die unerlaubte Temperatur

Klima is das, womit man rechnet, Wetter das, was man tatsächlich vorfindet. - Robert A. Heinlein

So hatten wir uns das ja nicht vorgestellt. Ja Peking würde der kälteste Teil unserer Weltreise werden, auch wenn wir etwas auf einen frühen Frühling hofften. Aber das wir dann mit Schneefall und tiefen zweistelligen Minusgraden erwartet wurden, war dann doch etwas überraschend. Aber mit unserer in Sapa erprobten vier Lagen Kleidung liess es sich noch ganz gut aushalten. Zusätzlich gab es alle paar Stunden ein warmes Getränk zum Aufwärmen.

In der verbotenen Stadt lebten die Kaiser und der einfachen Bevölkerung war der Zutritt verwehrt, was den Namen erklärt. Auf dem Gelände befinden sich unzählige Paläste auf einer Fläche von 720,000qm man kann sich also verlaufen und einige Sachen verpassen, wenn man nicht aufpasst. Wir fanden es ein bisschen schlecht ausgeschildert und hatten das Gefühl das alle Innenhöfe gleich aussehen, wir hatten aber auch keinen Audioguide der wohl echt ganz gut sein sollte.

Das deutsche Pub Quiz

Alle 4 Wochen gibt es im Irish Pub 'The green Cap' das deutsche Pub Quiz, das von Andreas moderiert wird. Natürlich wollten auch wir dabei sein.

Das Quiz besteht aus sechs Runden. Wir waren mit einem anderen deutschem Ehepaar in einem Team die schon in Norwegen gewohnt hatten und nun in Peking wohnen. Sie haben uns versichert, dass sie immer unter den ersten Plätzen waren und von Runde zu Runde besser werden. Am Ende haben wir den 4. vom 4. Platz gemacht ;-) und sind irgendwie auch nicht besser geworden – Team Riesling.

Bell Tower und Drum Tower

Bell Tower

Diese beiden Attraktionen liegen gegenüber voneinander und darum kann man sie sehr gut miteinander kombinieren.

Über eine supersteile Treppe besteigt man den 30 m hohen Glockenturm. Die beeindruckende Glocke ist 7 m hoch und wiegt 60 Tonnen. Der Bell Tower ist zusammen mit dem Drum Tower gebaut worden und diente als Uhr um den Pekinger wichtige Ereignisse anzuzeigen.

Teeprobe

Im Bell Tower gab es die Möglichkeit an einem Tea Tasting teilzunehemen. Für 2,50 EUR konnte man 6 verschiedene Sorten Tee probieren inkl. Erklärung für was die Tees gut waren.

Besonders lustig fand ich das 'Manneken Pis' der Chinesen. Um rauszufinden, ob das Teewasser heiss genug ist wird heisses Wasser auf das Männchen gegossen…kommt ein Wasserstrahl vorne raus ist es heiss genug, ansonsten nicht.

Drum Tower

Auch beim Drum Tower heisst es erstmal Treppen laufen.

Belohnt wird man von einer Terasse mit super Aussicht über Peking. Glücklicherweise hatten wir eine gute Sicht ohne Smog.

 

 

So alle Stunde gibt es noch die Trommelshow und wir waren glücklicherweise genau passend oben.

Es ist ganz schön laut, wenn die 10 Trommeln gleichzeitig gespielt werden.

Ein weiteres Highlight ist eine kleine Ausstellung über altertümliche Zeitmessgeräte. Von abbrennenden Kerzen über Stahlkugeln die irgendwo durchlaufen, gab es alle möglichen Varianten die Zeit zu messen und die aktuelle Uhrzeit zu bestimmen.

Eislaufen

In der Nähe der beiden Türme gab es einen See, wo man sich Schlittschuhe und eine Art Schlitten zum schlittern ausleihen konnte. Fahren wir doch eher einen Berg mit einem Schlitten runter, benutzt der Pekinger diesen auf einer Eisfläche. Mit einer Art großen Schraubenzieher schiebt man sich an und schlittert damit übers Eis – ein Geschwindigkeitserlebnis ohne Gleichen.

Tempel of Heaven

Der Tempel of Heaven kam mir vor wie der Englische Garten in München ein super 'Spaziergehpark'.

Trotz Kälte war im Tempel die Gezelligkeit groß geschrieben. Wir haben viele Leute gesehen die Skat oder Backgammon gespielt haben.

Im Sommer wird der Park wohl auch ganz gerne zum Laufen oder Thai Chi genutzt.

In der Anlage befindet sich auch angeblich den Mittelpunkt der Erde. Stellt man sich auf diesen Podest, soll dies Glück bringen.

Gesagt getan – das Foto ist zwar nicht so schön geworden aber für ein zweites blieb keine Zeit. Es war mal wieder bitterkalt und windig.

 

The Great Wall

He who has not climbed the Great Wall is not a true man. - Mao Zedong

Andreas war so nett und hat sich einen 1/2 Tag freigenommen, um mit uns zur chinesischen Mauer zu fahren. Wir hatten den Luxus, dass er uns ein Stück ausgesucht hat jenseits der Touristenpfade und Souvenirverkäufer. Wir waren quasi alleine bei diesem Mauerabschnitt. Der Einstieg war etwas abenteuerlich über eine Stahlleiter in den Mauerturm.

Da habe ich aber noch nicht gewußt, dass es auch noch Holzleitern gab, bei denen schon einige Stufen fehlten und die Tritte mit Draht festgemacht wurden, es geht also noch abenteuerlicher.

Wir hatten super Glück mit dem Wetter es hatte zwar zweistellige Minusgrade, dafür gab es aber strahlend blauen Himmel und sonnenschein. Davor die Tage hatte es noch geschneit, so dass wir erst befürchtet hatten, dass der Aufstieg zu rutschig sein würde aber zum Glück war der Schnee schon fast wieder weggetaut.

Die chinesische Mauer ist das längste Bauwerk der Welt. Die Gesamtlänge beträgt fast 9.000 km und sie würde somit über 2x um Deutschland reichen unvorstellbar. Sie diente vor allem dazu um sich vor den Feinden zu schützen. Die verschiedenen Mauerabschnitte sind unterschiedlich gut erhalten. Wir haben auch gehört, dass bevor die Mauer als Weltkulturerbe anerkannt wurde, die umliegenden Dörfer die Mauer als Rohstofflager benutzt haben, um ihre Häuser auszubessern.

Der Aufstieg war teilweise unglaublich steil man kraxelt mit Händen und Füßen nach oben. Da es auch recht windig war, dachte ich bloß nicht von der Mauer geweht zu werden. An der einen Seite war der Rand noch recht hoch an der anderen Seite war nur noch eine Steinlage übrig. Als ich mich kurz hingesetzt hatte wußte ich gar nicht was schlimmer war nach oben oder unten zu schauen.

Das Eisskulpturenspektakel

Vom Chinese Cultural Center wurde die Longqing Gorge Ice Sculpture & Lantern Tour für 35 EUR pro Person angeboten. Longqing Gorge ist so 80km von Peking entfernt. Mit dem Bus sind wir so 1 1/2 Std gefahren. Longqing Gorge ist bekannt für seine Eisskulpturen die Nachts in allen regenbogen Farben erstrahlen. Wir waren übrigens fast die einzigen Touristen auf der Tour. Die meisten waren Expats, die wohl auch die Touren genutzt haben, um andere Leute kennen zu lernen.

Wir wurden schon vorgewarnt, dass es in Longqing Gorge noch kälter sein soll als in Peking. Wir haben uns von Andreas und Martina warme Jacken und Handschuhe geliehen. Desweiteren gab es ja noch die Flasche Glühwein von Michal's Bakery also eigentlich waren wir so ganz gut ausgestattet.

Als uns unser Tourguide am Anfang gesagt hat, dass wir 2 Stunden Zeit hätten dachten wir, dass ist ja echt wenig aber nach 2 Stunden waren wir schon ganz schön durchgefroren, so dass wir froh waren, dass es zurück ging.

Erst gab es es verschiedenste von Eisskulpturen zu bewundern. Die Skulpturen gab es schon seit Dezember zu bewundern. Das hat man ehrlich gesagt auch an ein paar Skulpturen gesehen die Kanten waren doch schon ein bisserl verschwommen. Trotzdem war die Anzahl und die Verschiedenartigkeit sehr beeindruckend. Durch einige Gebäude konnte man sogar gehen.

Danach ging es weiter zum Soaring Dragon Elevator angeblich mal wieder der längste. Dabei dachten wir das wir den schon in Hong Kong gesehen hatten. Also dieser war 258 m in 8 Abschnitten und auch wieder im Guiness Buch der Rekorde.

Der nächste Attraktionspunkt war die Hundred Flower Cave. Unser Tour Guide meinte nur, dass es dort nett wäre, da es dort so schön warm wäre. Ich glaube sie hatte recht, schön war es nicht eher superkünstliche Blumen, die merkwürdig angeleuchtet waren.

Als letzten Punkt ging es weiter zur Toboggan Station sozusagen die Sommerrodelbahn der Chinesen.

Angeblich sollte die Schlitterfahrt 5-10 Minuten dauern wir waren schon nach 3 Minuten wieder unten.

Wir mussten die Action Photos ein bisserl nachstellen fällt aber doch fast nicht auf, oder?

Sauze & Plauze und der Bauernmarkt

Am letzten Tag sind wir für unsere Verhältnisse richtig früh (6:45 Uhr) aufgestanden, um erst was typisches Essen zu gehen und danach auf den Bauernmarkt zu gehen. Mit den drei Kindern im Gepäck ging es zu einem kleinen Chinesischen Restaurant um die Ecke, was genau 2 Gerichte zur Auswahl hatte Sauze und Plauze oder so ähnlich.

Das eine Gericht war so eine Art gefüllte Germknödel und das andere waren gefüllte Nudeln. Man bekam jedesmal so acht Stück in einem Topf auf den Tisch gestellt. Hatte man noch weiteren Hunger, so wurde einfach gestapelt und ein weiterer Schicht in einem Topf wurde geliefert. Der Preis war mal wieder unschlagbar. Für 3 Erwachsene und 3 Kinder haben wir 5 EUR bezahlt.

Danach ging es weiter zu einem Bauernmarkt. Wir waren dort die einzigen Touristen. Die Händler kommen mit ihren Waren aus der Umgebung. Wir hatten echt Respekt vor den Händlern es war soooo kalt. Ich hatte schon kalte Füße nach 40 min. und die Händler stehen dort den halben Tag.

Es gibt dort alles zu kaufen was man sich so vorstellen kann von Kleidung über Tiere über Fisch, Fleisch und allerlei Dienstleistungen.

Man kann sich einen perfekt passenden Gürtel machen lassen, sich die Zähne ziehen lassen, sich ein Haustier aussuchen, sich die Schuhe reparieren lassen und vieles mehr.

Andreas Auto war ein bisserl dreckig also hat er uns auf dem Rückweg die Chinesische Waschstrasse gezeigt. Man fährt auf eine Art Parkplatz, einer spritzt das Auto nass, ein anderer schäumt es ein, dann wird der Schaum weggespritzt, man fährt nun an den Straßenrand und dann wird das Auto mit einem Handtuch trocken geruppelt und schließlich noch ausgesaugt – fertig.

201302ChinaPeking

Created 2013-02-10 16:13:07 +0000

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