Sapa ist vietnamesisch für 'saukalt', glaub ich!

Sapa ist vietnamesisch für ‘saukalt’, glaub ich!

Wenn man nach Bildern von Sapa googelt, findet man sattgrüne Reisfeldhänge, die nicht nur vermitteln, dass es echt super schöne Naturlandschaften sind, sondern es sieht auch recht warm aus. Was keines dieser Bilder verrät ist, dass in Sapa im Winter kein Reis angebaut wird (weil zu kalt) und deshalb es auch nicht ganz so schön grün ist. Und es ist echt kalt!

Wichtigstes Ausstattungsmerkmal: Heizstrahler

Der Heizstrahler im Hotelzimmer

So fing zumindest unser Aufenthalt in Sapa an. Zum Glück wurden wir im Hotel mit heissem Tee versorgt. Durch die Nachtzugfahrt waren wir auch viel zu früh da um einzuchecken, deshalb galt es ein paar Stunden zu überbrücken. Direkt auf Trekkingtour zu gehen war keine Option, da ich noch etwas unsicher war, ob eine Toilette in der Nähe nicht recht sinnvoll wäre.

Sogar eine Heizdecke im Bett gab es!!

Also erstmal alles angezogen, was der Rucksack so hergab: Die lange Unterhose fristete bisher ja ein Schattendasein, war hier aber der wahre Star. Dann noch beide Fleece und die Jacke drüber.

Dann ging es auf Shoppingtour – Katrin brauchte noch eine neue Fleece-Jacke. Sapa ist dafür der richtige Ort. Dutzende Shops gefüllt mit North Face und ein paar anderen Trekkingmarken, aber halt hauptsächlich North Face. wahrscheinlich lassen die hier in Vietnam produzieren. Für gerade mal 6 € gab es einen schön dicken North Face Fleece. Auch sonst hätte man sich hier gut ausstatten können. Nur dumm, wir hatten ja alles schon vorher gekauft.

Sobald wir dann unsere Zimmer beziehen konnten haben wir gleich den Heizstrahler auf max. gestellt und uns mit aktivierter Heizdecke ins Bett gelegt. Hätte auch nicht gedacht, dass ich noch vor der Verrentung mal auf einer Heizdecke schlafen würde.

Sylvester

Zum Glück waren wir in Vietnam. Hier ist noch gar nicht Sylvester. Durch ihren Lunarkalender dauert es noch bis zum 9. Februar 2013. Zwar hatten wir prima vorgeschlafen für unser 'deutsches' Sylvester. Aber mit zwei imodium und einer Cola, wollte nicht die rechte Partystimmung aufkommen. Wir hatten zwar eine nette Kneipe gefunden mit Platz direkt vor'm Kamin, waren dann aber doch schon vor der Jahreswende zurück im Hotel. Die Party holen wir dann nach in Hong Kong, da sind wir dann zum Chinesischen Neujahr.

Unser H'mong Trekkingguide

Nach Sapa fährt man zum Trekking. Aber einfach so selber rumlaufen soll man besser nicht. Selbst in unserem Rough Guide wird darauf hingewiesen, dass man nicht auf eigene Faust los darf (?), sondern nur mit einem Guide. Selbst in grösseren Gruppen, sprich ab 6 Personen soll es noch 20 $/Person kosten im Hotel. Zu zweit sollten es selbst 35 $ sein. Um aber einfach selbst einen Guide zu organisieren waren wir wohl zu spät dran. Am Vortag waren wir noch von einigen am Markt angesprochen worden. Kurz vor elf waren wir dann in einem recht offiziell aussehenden Touristoffice. Dort waren es dann immer noch 2 x 25 $, aber was soll's.

Die Route sollte mittelschwer sein, sprich man läuft nicht die ganze Zeit auf der Strasse rum. Es ging querfeldein über Reisfelder und ab und zu hatten wir das Gefühl mitten durch die kleinen Bauerhöfe zu laufen.

Aber hier gab es auch nicht echt abgezäunte Grundstücke. Überall hüpften fröhlich Schweine, Hühner und Wasserbüffel über die Reisfelder und Wege.

Zum ersten Mal kamen unsere Trekkingstöcke zum Einsatz. Fühlte sich erst etwas unpassend und übertrieben an, aber mir der Zeit wurden wir auch etwas geübter im Umgang und sie halfen doch recht gut, um über die schlammigen Wege und rutschigen Steine zu kommen.

Das Wetter wurde im Laufe des Tages auch unerwartet gut, so dass wir auf halber Strecke doch ein paar Lagen ablegen konnten. Wenig später war dann Mittagspause in einem der Häuser, im dem man auch Homestay machen konnte. Unser Guida Ma hatte alles mitgebracht und kochte dort dann für uns, den Klassiker Phô, also Nudelsuppe mit Fleisch und Gemüse.

Leider waren die Reisfelder nicht mehr so grün, wie gedacht. Da half es auch nicht die Sättigung der Bilder etwas hochzudrehen. Nett war es trotzdem, insbesondere, da man sich vorkam als würde man durch eine Zoo laufen. Ab und zu erzählte Ma noch was man hier oder da so sah und beantwortete unsere Fragen, aber warum man unbedingt für 50 $ einen Guide buchen soll…

Es geht auch ohne Guide

Zumindest in den Nachbarort Cat Cat sollte man auch ohne Guide “dürfen”. Viel erwartete ich nun nicht davon, mehr so 3 km die Straße lang und dann eine Runde über den Markt in Cat Cat. So liessen wir auch unsere Trekkingstöcke im Hotel, wie sich später heraus stellte, hätte man die doch gut mitnehmen können. Aber so hatten wir gleich mal einen Vergleich, wie viel mehr die bergab, bergauf Tour auf die Waden geht.

Es kostete zwar Eintritt (wie alle die Nachbardörfer, aber der ist dann schon in den 50 $ inklusive!), aber es lohnte sich echt. Zwar sah es wie eine Tour durch den Heidepark aus, mit all' den Buden am Rande des Rundweges. Dafür gab es einen schönen Abstieg ins Tal mit Wasserfall und so.

Ob es echt die Guides gibt, die einen für 20 $ zwei Tage herumführen inkl. netter Homestay Übernachtung werden wir nicht mehr herausfinden, aber wenn man solche Geschichten im Internet liesst , fragt man sich schon, ob man nicht mal wieder schön in die Touristenfalle getappt ist.

Zugabteil – überbelegt und Highspeed-Taxi

Was ist so ein Weltreiseblog ohne ein paar Schauergeschichten von exotisch-ekligen Essen, 30-stündigen Busfahrten oder, wohl auch ein Klassiker, Kakerlaken? Da konnten wir bisher noch nicht viel bieten.

So sah es auf der Hinfahrt aus. Keine Fotos von der Rückfahrt, da musste ich Kammerjäger spielen.

Erst in unserem Nachtzug zurück nach Hanoi hatten wir dann doch ein paar dieser ungebetenen Gäste. Zum Glück hatte ich noch nicht alle erlegt, als Katrin den Schaffner darauf ansprach. Denn erst als ich ein weiteres Exemplar aufspüren konnte verstand er unser Problem. Der Zug war zum Glück nicht ausgebucht und so durften wir noch in ein anderes Abteil umziehen.

In Hanoi dann die nächste Überraschung. Es war 5 Uhr morgens und es regnete. Nicht echt optimale Bedingungen, um Katrin davon zu überzeugen zu Fuss zum Hotel zu gehen. Aber in Hue hatten wir für 2 Kilometer auch nur knapp einen Euro bezahlt. Der Taxifahrer fuhr mit gemütlichen 20 bis 30 km/h, nur das Taxameter war deutlich schneller. Und dann fuhr der Taxifahrer auch noch überdeutlich nicht auf direktem Wege zum Hotel.

Hier hat Lord Edward van Summit die Ostereier versteckt.

Katrin Hinweis darauf landete nicht echt bei ihm, so dass wir darauf drängen er möge stoppen und wir würden zu Fuss weitergehen. Er bat erst an Pauschal für 150 Dong zu fahren (sprich 6 €, das wären dann fast Münchener Preise), ging aber dann doch langsam weiter runter und runter. Bei 80 Dong stiegen wir dann doch wieder ein, auch wenn dass immer noch mehr als das doppelte war, aber der Knabe wollte auch nicht einfach den Kofferraum öffnen, so das wir an unsere Backpacks gekommen wären.

Keine so tolle Erfahrung.

Es geht auch anders…

Im Hotel dann die gute Nachricht: Sie hätten noch ein Zimmer frei, dass wir bis unser Bus kommt benutzen könnten, um noch etwas zu schlafen und zu duschen. Dann noch schön gefrühstückt und das alles für lau! Ganz selbstlos war es natürlich nicht. Wir hatten ja über das Hotel unsere Halong Cruise gebucht.

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