Ko Tao: Viel zuviel Wasser

Ko Tao: Viel zuviel Wasser

Geplant waren ja eigentlich ein paar mehr Stationen im Süden von Thailand. Nach Ko Samui wäre als nächstes Ko Pha-Ngan an der Reihe gewesen. Nun blieb aber nur noch eine Woche Thailand und die Full Moon Parties sind, wie der Name schon sagt bei Vollmond (inzwischen gibt es natürlich auch noch genug Vor-, Nach- oder Dazwischen-Moon-Parties). Und der nächtste Vollmond ist am 26. Januar – da geht unser Weiterflug ab Bangkok nach Kuala Lumpur!

Also entschieden wir uns die restlichen Tage vor Bangkok auf Ko Tao zu verbringen. Als Alternative zum Kite Kurs auf Ko Samui wollte ich mich hier mal ans Tauchen ranwagen.

Mal wieder ein Reiseabenteuer.

Der Weg dorthin war mal wieder abenteuerlich, auch wenn diesmal kein Holiday Reisen schuld war. Ko Samui hat einen Fähranleger im Westen und einen im Norden der Insel. Wir waren im Westen angekommen mit Seatran und es war so nicht abwegig, dass auch dort die Seetran-Fähre nach Ko Tao ging. Wir fanden im Internet eine Karte auf der das auch so eingezeichnet war und auf Nachfrage im Hotel stimmte dies auch so.

Welcher Fähranleger?

Wenn es echt gestimmt hätte, wäre es natürlich keinen Absatz in diesem Blog wert gewesen. Ihr ahnt es schon: die Fähre fuhr im Norden ab!

Also kamen wir so eine dreiviertel Stunde vor Abfahrt an – nur am falschen Fähranleger. Der andere war geschätze 30-40 km entfernt. Ich war erst unsicher, ob ich dem Sammeltaxifahrer unsere Lage zu genau erklären sollte, ist halt echt eine schlechte Lage zu zum Verhandeln, machte es aber doch. Wir hätten noch ‘ne viertel Stunde warten können und dann hätte er uns zum normalen Preis gefahren, sprich 2 x 100 Baht. Für direkt los wollte er 500 Baht haben. Naja, eigentlich verständlich! Wir waren aber noch kurz, am überlegen was wir sonst noch machen könnten (eigentlich nichts was echt billiger hätte werden können), da bot er von sich aus 400 Baht an und wir stiegen ein.

Gerade noch rechtzeitig…

Der Mann hatte sein Geld aber echt verdient. Er nahm zu Beginn noch zwei andere mit, fuhr aber ansonsten recht flott und liess später sogar zweimal Touris am Rand stehen und brauste einfach vorbei. Wir kamen so rechtzeitig zu unserer Fähre.

Rollercoaster

Im unteren Deck der Fähre war schon alles besetzt. Oben gab es dann einen klimatisierten VIP Bereich und im Heckbereich konnte man draußen sitzen. Wir wählten VIP und erwarteten jeden Moment noch mal extra zu Kasse gebeten zu werden, da ich davon gelesen hatte, dass dies auf machen Fähren üblich ist. Es kam aber keiner.

Die See war nicht echt ruhig, aber die Schaukelbewegungen des Bootes standen nicht echt im Verhältnis zu den ein, zwei Meter hohen Achterbahnwellen. Es war definitiv ratsam so viel wie möglich nach draußen an den Horizon zu schauen.

Der kurze Zwischenstopp nach einer halben Stunde auf Ko Pha-Ngan war so sehr willkommen, nur ging es danach nochmal etwa eineinhalb Stunden weiter bis Ko Tao. Ich bin aber sehr stolz auf unsere VIP Kollegen: Die vorsorglich von der Crew bereitgestellten Tüten blieben unbenutzt, nur draußen hatte es mindestens einen erwischt.

Wir beide waren aber dann doch erleichtert als Ko Tao am Horizont auftauchte und wir wenig später anlegten. Der kostenlose Pick-Up Service vom Hotel machte dann die letzten Kilometer zum Kinderspiel.

Klein Italien – Unser Hotel ‘Toscana’

Das Hotel war ein Glücksgriff. Für Ko Tao sind 31€ pro Nacht schon echt günstig, wenn man etwas Komfort haben möchte. Selbst Hütten mit Schöpftoiletten können schnell das doppelte Kosten.

Kleiner Kompromiss war die Lage: nicht am Strand und auch keine Hanglage so das man das Wasser zumindest sehen könnte. Dafür ruhig, mit Pool und alles noch top neu im ‘toskanischen’ Stil.

Günstiger hätten wir es haben können über eine der Tauchschulen. Diese haben hier in der Regel ihre eigenen Unterkünfte, die man sobald man einen Tauchkurs bucht kostenlos (für die einfachsten Hütten) oder gegen einen geringen Aufpreis nutzen kann. Nur unabhängig, wie gut die Kritiken der Tauchschule an sich sind, über die Hütten selber liesst man wenig gutes.

Martin, ein deutscher (lebt aber in Seoul, Korea) in meinem Tauchkurs hatte auch nichts gutes von den Hütten zu berichten, so dass wir dann doch lieber unsere Zeit im Toscana verlängern wollten, von zwei auf fünf Nächte. Die Idee den Strandhütten mal eine Chance zu geben liessen wir also lieber sein.

Nur inzwischen war laut booking.com das Hotel schon ausgebucht… an der Hotelrezeption nachgefragt war es dann aber zum Glück doch kein Problem.

Chalok Baan Kao

Die Lage ist dann eigentlich gar nicht so schlecht. Zum einen ist man zu Fuß in 10-15 min am Strand von Chalok Baan Kao, eine echt schöne Bucht. Zum anderen ist man auch in knapp 20-25 min beim Fähranleger (Mae Haad Bay) und kann somit auch eine Tauchschule hier wählen. Viel gute Infos gibt es übrigens auf der Seite von Koh Tao Info, die auch als kostenloses Booklet überall auf Ko Tao zu finden ist.

Taugt tauchen was?

Nach dem üblichen Tripadvisor und ähnlichen Seiten, hatte ich dann eine passende Tauchschule gefunden, die auch bei unserem Hotel grob in der Nähe war: Alvaro Diving.

Also abends nach dem Check-In ins Hotel gleich hin. Da ich bisher alleine wäre, hätte ich die Möglichkeit auch mit zwei Praxistagen statt drei auszukommen. Auch als sich dann ergab, dass noch einer direkt anfangen konnte (Martin, wie oben schon erwähnt) und wir zu zweit wären sollte das noch so möglich sein. Als wir dann am Ende bei der Tauchlehrerin Marie dann doch zur viert sein sollten, da noch zwei Französinnen nach einem Schnuppertauchkurs weitermachen wollten, war ich erst etwas irritiert, wie das immer noch in zwei Tagen funktionieren soll, aber falls nötig werde der Kurs halt auf drei Tage verlängert.

Zur Vorbereitung des ersten Tages hiess es abends dann erst mal Theorie büffeln. War zwar nicht echt schwerer Stoff, aber drei Stunden war ich dann doch damit beschäftigt. Die ganzen Erläuterung von möglichen Tauchunfällen sind sicher nötig, aber irgendwie bekommt man dann nicht echt Lust auf’s Tauchen, sondern wird eher verunsichert.

Der erste Praxistag

Am nächsten Tag dann am Vormittag nochmal gemeinsam den Theorieblock durch gearbeitet und die persönliche Ausrüstung zusammengestellt. Am Nachmittag sollte es dann gleich in Wasser gehen. Nee, kein entspanntes Tauchen im Hotelpool. Auch die stehtiefe Bucht gab es nicht für uns. Bedingt durch den Wellengang konnten wir nicht nah genug an den Strand heran.

Also erst zwei Runden ums Boot schwimmen (Zum warm werden oder wollte unsere Tauchlehrerin nur doch noch mal checken, ob wir auch alle schwimmen können?) und dann wurden einem die Neoprenanzüge in Wasser geworfen, um diese dort anzuziehen… Ich würde hier gerne das eine oder andere Foto davon zeigen, aber beim ersten Tag hatte ich die Kamera nicht mit und noch wusste ich nicht, dass es für mich keinen zweiten Tag geben würde.

Nach einem Briefing was wir alles machen würden (auf ca. 3 Meter Tiefe tauchen, Wasser aus der Taucherbrillen blasen, Situation mit Luftmangel simulieren und beim Tauchbuddy mitatmen etc.) bereiteten wir unsere Ausrüstung vor (ist echt viel Zeugs und auch unerwartet schwer, zumindest an Land). Und dann der Sprung ist Wasser.

So richtig anfreunden konnte ich mich aber nicht mit dem Atmen durch den Atemregler. Wir sollten erstmal an der Oberfläche bleiben und dort mit dem Atemregler etwas üben. Bei mir stellte sich aber nach vier, fünf Atemzügen immer wieder das Gefühl ein nicht genug Luft zu bekommen. Die anderen waren inzwischen schon 20 m weiter. Dort dann angekommen sollte es weiter gehen, sprich abtauchen auf 3 m Tiefe. Eigentlich nicht echt spektakulär, nur kommt man da mit fünf Atemzügen nicht weit. Marie meinte noch sie würde mich zu nichts zwingen und so war wohl hier mein erster Tauchgang zu ende und ich paddelte zurück zum Boot.

Später darauf angesprochen reagierte sie leicht gereizt – ich hätte den zwei Tages Kurs doch haben wollen, da geht es halt etwas schneller. Ihr Angebot es gleich nochmal mit Ihr allein zu probieren schlug ich aus, da ich immer noch so ein für mich sehr ungewohntes Angstgefühl hatte, wenn ich nur daran dachte wieder mit der Ausrüstung unter Wasser zu sein. Mehr als, das sei normal und braucht etwas Zeit war auch später von einer Ihrer Kolleginnen nicht zu hören. Eigentlich wollte ich dann zumindest am nächsten Tag mich wieder der Herausforderung stellen, aber nach einer schlecht geschlafenden Nacht, hatte ich immer noch kein besseres Gefühl bei der Sache.

Schon erschaunlich wie wenig sich die Leute von Alvaro Diving mit dem eigentlichen Problem bei mir auseinandersetzten, die Tauchliteratur ist voll von Büchern über Angst beim Tauchen. Insofern hätte ich da mehr erwartet von einem Tauchlehrer. Es wird dort unterschieden zwischen bewussster und unbewusster Angst.

Bewusste Angst ist mir da nichts neues, das sind Dinge wie “was passiert wenn ich zu schnell sinke und dann auch noch einen Fehler mache und noch schneller sinke” oder die Angst vor Haien etc. Das kann einen schon beschäftigen, aber man kann solche Ängste auch ganz bewusst begegnen. Zum Beispiel durch gute Vorbereitung oder dem Wissen, dass es gar keine Hai in der Gegend gibt (das funktioniert zumindest bei mir recht gut). Neu für mich war die unbewusste Angst. Unter Wasser Atmen ist normal nicht möglich und so kann es zu Kurzatmigkeit kommen und dem Wunsch direkt wieder aufzutauchen. Angst ist im Prinzip eine Massnahme, um dafür zu sorgen dass man am Leben bleibt. Schliesslich ist das Unbewusste ja doch im allgemeinen zu Recht davon überzeugt, dass unter Wasser atmen nicht funktioniert. Das ganze ist jetzt vielleicht etwas vereinfacht dargestellt, aber ich bin ja auch nicht der Tauchlehrer. Ich kann ehrlich gesagt nicht glauben, dass es da nicht mehr Möglichkeiten gibt dieses Problem anzugehen, als einfach wieder rein ins Wasser.

Fazit Tauchen

Ich durfte für diese Erfahrung knapp die halbe Kursgebühr bezahlen, aber viel, ärgerlicher ist es, dass ich nun doch nicht echt tauchen war und nun auch unsicher bin, ob es überhaupt etwas für mich ist oder einfach nur die Tauchlehrerin (oder die Tauchschule) für mich nicht die richtige war.

Ko Tao Nightlife

Da Publikum auf Ko Tao unterschied sich um Meilen von den bierbäuchigen Pauschal(Sex?)-Touristen auf Ko Samui. Viel jünger und deutlich mehr Backpacker und allgemein viel symphatischer.

Nachdem ich zwei Abende im Hotel mit Tauchkurs-Theorie verbracht hatte, konnten wir dann am dritten Abend endlich mal die entspannte Atmosphäre am Strand geniessen. Sehr nett sah auch das Pizzarestaurant direkt auf einer Steganlage am Wasser aus und da die sogar einen echten Steinofen hatten, freuten wir uns schon auf eine richtig leckere Pizza mal zur Abwechslung.

Nur leider war sie nicht lecker. Ich bin ja nie echt sparsam mit dem Käse bei der Pizza, aber auch weniger üppig kann man leckere Pizzen machen. Nur wie man auf die Idee kommt den Käse ganz wegzulassen ist mir schleierhaft. Komisch das das Restaurant (was übrigens zur Alvaro Tauchschule gehört) durchweg gute Kritiken bekommen hat. Irgendwas stimmt da doch nicht.

Danach dann noch ein Bierchen in der Sunshine Bar mit Livemusik, so klang der Abend dann noch sehr gemütlich aus.

201301ThailandKoTao

Created 2013-01-24 09:00:34 +0000

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