Halong Bay- Backpacking de luxe

Halong Bay- Backpacking de luxe

Ich habe mich schon die ganze Zeit auf unsere Halong Bay Cruise gefreut. Die Bilder, die man davon im Internet sieht sehen einfach richtig beeindruckend aus.

Buchen der Cruise

Anbieter gibt es wie Sand am Meer. Es gibt die Low Budget Cruise, die Middle Class Cruise und die Luxus Cruise. Wir haben mal auf booking.com geschaut für zwei Tage/ ein Nacht auf dem Schiff kann man auch so locker mal 820 EUR ausgeben, andererseits kann man, wenn man durch Hanoi läuft bei den Sales Agents auch welche für 40 EUR kaufen. Da wir ein paar nicht so schöne Geschichten über die Low Budget Anbieter im Internet gelesen haben und letztes Jahr eines dieser Schiffe in der Mitte durchgebrochen ist und 12 Menschen das Leben gekostet hat, haben wir uns für die goldene Mitte qua Preis entschieden. Der gängige Trick ist wohl einem schöne Bilder vom Boot zu zeigen, die aber nichts mit der Realität vor Ort übereinstimmen. Meist sind dann die Schiffe viel älter und mit schlechtem Sicherheitsstandards. Unser Hotel in Hanoi hatte gute Reviews unter anderem für die Vermittlung solch einer Cruise, also haben wir sie dann schlussendlich im Hotel gebucht. Das Cruisepaket für 119$/ Person umfasste den Transfer nach Halong Bay, Vollpension, Thai Chi als Morgensport, einen Kochkurs sowie verschiedene Ausflüge.

So wechselt man also Reifen…

Los ging es um 8 Uhr morgens. Wir wurden von einem Minibus direkt vorm Hotel abgeholt. Ich war noch ein bisschen müde vom Nachtzug in dem ich nicht wirklich gut geschlafen hatte, aber schon voller Vorfreude. In dem Bus waren außer uns noch fünf weitere Gäste; zwei Mädels aus den Niederlanden, ein Ehepaar aus Malaysia und ein junger Mann aus Singapur und damit waren wir auch schon fast vollständig. An Board befand sich noch ein 3 Tages Tourler aus Südafrika und später kam noch eine dreiköpfige Familie aus der Ukraine dazu, deren Flug Verspätung hatte.

Unser Busfahrer wurde uns als der beste Fahrer aus Hanoi vorgestellt. Tagsüber fährt er Touren nach Halong Bay und Nachts ist er als Fahrlehrer tätig….die Frage wann er denn schläft blieb ungeklärt. Angesichts der chaotischen Verkehrssituationen ist es aber sicherlich eine gute Idee erstmal nachts bei weniger Verkehr Fahrstunden zu nehmen – ganz pragmatisch. Eine andere pragmatische Lösung in Vietnam ist das zwei Schicht Schulsystem. Da es zuwenig Schulen gibt, geht die Hälfte der Schüler morgens und die andere nachmittags zur Schule.

Die Fahrt sollte 4 Stunden dauern mit einer kleinen Pause zwischendurch. Bei unserem Guide, hatten wir einen kleinen Flashback Moment…wahrscheinlich der kleine Bruder von Lionie aus Ho Chi Minh City: das gleiche 24 Zähne lächeln und die gleiche Art Witze zu machen. Aber im Gegensatz zu Lionie 1 wurden wir immer darauf hingewiesen, wenn es doch nur ein kleiner Witz war. Nach 2 Stunden Fahrt gab es dann die versprochene Pause … und … wieder ein Flashback …. wir fuhren wieder zu einer Werkstatt wo Bilder, Geschirr und Kleidung hergestellt wurden und wo man den Entstehungsprozess beobachten konnte.

Das neue Feature waren die Steinfiguren. Es gab riesengrosse buddhistische Figuren oder moderner angehauchte Skulpturen. Die Skulpturen kann man sich auch auf Wunsch nach Deutschland verschiffen lassen. Eine Preistafel zeigte einem wie viel man dafür Investieren müsste. Wir haben eine Packung Schoko- Kokosnuß Kekse gekauft für den kleinen Hunger zwischendurch.

Dann ging es weiter Richtung Halong Bay. Nach 500m bogen wir aber auf einmal nach rechts ab und landeten in einer “Wellblechhüttenwerkstatt” zum Reifenwechsel. Kein Wunder eigentlich bei den Straßenverhältnissen außerhalb der Stadt. Nach 20 Minuten war ein neuer Reifen auch schon aufgezogen und weiter ging’s.

Marcus und ich hatten uns ganz hinten auf die Rückbank im Bus gesetzt, weil man dort mehr Platz hat und es sich bequem machen kann, der Nachteil sind die Flugmomente bei den Schlaglöchern. Ich habe mich dann einfach später eine Reihe weiter nach vorne gesetzt und das war schon ein Unterschied wie Tag und Nacht…also bei der Rückfahrt schlauer sein und die nicht so coolen Plätze weiter vorne im Bus belegen ;-)

Nach zwei weiteren Stunden sind wir dann am Hafen angekommen. Dort hat uns dann der Cruisemanager begrüßt und auf das Boot begleitet, dass uns zum Schiff brachte. Sicherheit geht vor, deshalb sind wir nicht eher abgefahren, bis jeder eine Weste an hatte.

Halong Bay

Die Halong Bucht erstreckt sich über 1,500qkm. Es ragen mehrere tausend Kalkfelsen aus dem Meer. 1994 erklärte die UNESCO die Bucht zum Weltnaturerbe. 1995 wurde dieser Status wieder entzogen für ein Jahr, da sich die Vietnamesen zu wenig um den Umweltschutz gekümmert haben. Seit dem gibt es wohl hohe Strafen gegen Umweltsünden aller Art, wie z.B Müll ins Wasser werfen und es gibt ständige Polizeikontrollen. Hatten wir vorher in einigen Berichten gelesen, dass das Wasser sehr verschmutzt sein soll, fanden wir es doch sehr sauber, die Maßnahmen haben wohl gewirkt.

Check: Vorstellung versus Realität

Ich hatte mir vorgestellt, dass wir uns zum Relaxen auf das Sonnendeck legen, wo einem leckere Cocktails serviert werden und man abends zum Sterne schauen bei einer Flasche Wein vor seiner Kabine sitzt. Dann fährt man noch zu einem Strand zum Baden und vielleicht auch noch ein bisschen Kajaken. Marcus hat sich noch von Board ins Wasser springen sehen. Und das coole Foto würden wir natürlich in diesen Blog posten.

Realitycheck

Es war mal wieder echt kalt. Wir hatten unsere Doppelfleece, Regenjacke und Mützenkombi mal wieder an. Die Sonnenliegen waren ein bisschen nass vom Regen, draußen wehte eine steife Briese und in unserer Kabine hatten wir mal wieder den Heizlüfter an. Irgendwie dachten wir, dass wir auf unserer Reise 210 Tage schönsten Sonnenschein hätten und schon nach wenigen Wochen brau gebrannt durch die Gegend laufen würden:-)…das wird wohl nix zumindest im Norden Vietnams.

Der Welcome Drink und unsere Surprise Kabine

Angekommen auf dem Schiff gab es erstmal einen Begrüßungsdrink (einen O- Saft nicht etwa einen Prosecco Apperol was ich so gedacht hatte) und dann durften wir in unsere Kabinen einchecken. Als wir gerade am Auspacken waren, klopfte es an die Tür und Lionie 2 kam vorbei, um uns mitzuteilen, dass er noch eine Überraschung für uns hatte, er schloss die Zwischentür auf und Voilá hatten wir eine Doppelkabine. Wir haben dann eine Kabine als begehbaren Kleiderschrank benutzt – auch nicht schlecht wollte ich schon immer mal haben ;-)

Die blaue Lagune

Nachdem wir auf dem Schiff ein leckeres Mittagessen genossen haben, ging es zur Lagune. Eigentlich wollten wir ja Kajak fahren, aber da die Mehrheit einen professionellen Ruderer bevorzugt hatte, sassen wir also alle zusammen in einem kleinen Boot und haben uns zur Lagune rudern lassen. Als Gepäck hatten wir Bananen mit, da uns Lionie 2 gesagt hatte, dass es manchmal Affen in der Lagune gibt.

Kaum sind wir in die Lagune gefahren, hörten wir schon das Kreischen und siehe da mindestens ein dutzend Affen, die entweder oben in dem Felsen sassen oder unten am Strandstreifen. Es gab auch ein paar ganz süsse kleine.

Wir haben uns gewundert, dass einige Affen pitschnass waren und Lionie 2 hat uns erklärt, dass die Affen zwischen den Kalkfelsen schwimmen. Die Aufgabe war nun die mitgebrachten Bananen in kleine Stücke zu teilen und sie den Affen zu zu werfen. Die Idee war ich werfe und Marcus fotografiert. Ehrlich gesagt hätten wir es wahrscheinlich lieber anders herum gemacht- werfen und zielen zählt nicht gerade zu meine Stärken – die armen Affen bei Marcus hätte es bestimmt mehr Bananen gegeben, meine landeten doch eher im Wasser :-(.

Strand mit Aussicht

Danach kam für mich das persönliche Ausflugshighlight. Das Problem in Halong Bay ist normalerweise, dass man nicht gerade alleine ist. Mit einem sind so weitere 400 Schiffe unterwegs und es hat schon so etwas von Massentourismus. Wir sind aber gegen Abend zu einem Kalkfelsen mit Strand gefahren, wo ausser uns eigentlich nur noch kurzzeitig ein anderes Boot war.

Man konnte auch den Felsen erklimmen und oben die Aussicht geniessen. Waren am Anfang noch Treppen,musste man das letzte Stück durchs Gebüsch laufen. Es kam einem so ein bisschen wie Dschungel tracking vor.

Unten am Strand wieder angekommen, haben wir ein Feierabend Bier genossen und ein paar Leuten beim Fußballkickern zugeschaut. Es stellte sich heraus, dass unser Mann aus Malaysia mal Profifußballer war und das eine Mädel aus Holland auch in einem Fußballverein gespielt hat. Die Jungs waren von Ihren Kickerkünsten beeindruckt. Nachdem wir den sportlichen Teil beendet hatten, ging es wieder zurück zum Schiff zum Abendessen.

Thai Chi

Für 6:30 morgens war eine Thai Chi Stunde angekündigt. Ein bisserl Sport am morgen, nach dem ganzen Essen dachte ich wäre eine gar nicht so schlechte Idee und bin zum Boarddeck gegangen, wo die Stunde stattfinden sollte. Mit mir waren noch 3 andere Frauen dort – die Männer haben alle noch selig geschlafen. Als nach 10 Minuten noch immer nicht passierte, sind wir mal nach unten ins Restaurant gegangen und haben kurz nachgefragt, ob man uns vergessen hätte. 5 Minuten später kam der Cruisemanager, der unser Thai Chi Lehrer war. Nach ein bisschen Hüfte drehen, sich strecken, mit den Füssen wippen und ein paar mal in Slow Motion ein paar Schläge und Tritte machen, war der Spass auch leider schon wieder vorbei. Das ganze hat 10 Minuten gedauert. Marcus war sehr überrascht, als ich dann wieder in der Kabine auftauchte er war frisch geduscht und wollte sich gerade auf den Weg machen um ein paar Thai Chi Fotos zu machen.

Die Surprise Höhle

Nach dem Frühstück sind wir zur Surprise Höhle gefahren. Die Höhle wurde so genannt, das sie aus 3 verschiedenen Kammern besteht. Der erste Surprise war das man sie gefunden hat, der nächste, dass es auch eine zweite gibt, aber der größte Surprise war die dritte Höhle die so groß wie ein Fußballfeld ist. In der Höhle waren echt viel Touristen. Es staute sich schon sehr an den Treppen und an den Stellen, wo man schöne Fotos machen konnte. Da ich viele Schulausflüge früher in Salzbergwerke gemacht habe, fand ich die Höhle jetzt weniger spannend aber sicherlich trotzdem mal ganz nett um sie mal gesehen zu haben.

Fischerdörfer

Vor den Kalkfelsen gibt es einige kleine Fischerdörfer. Früher sind die Fischer wohl abends immer wieder zurück zum Hafen gerudert, da dies aber immer sehr lange gedauert hat und sehr mühsam war, haben sie sich überlegt doch einfach die Dörfer in die Nähe der Fische zu bauen. In dem Dorf gibt es sogar eine Basisschule, in der die Kinder lesen und schreiben lernen können. Es leben so 300 Fischer in diesem Dorf.

Am ersten Abend auf dem Schiff hatten wir die Möglichkeit Tintenfische zu angeln. An einem langen Stock wurde ein einfaches Seil befestigt und am unteren Ende ein schillernder Wiederhacken befestigt. Dann wurde noch die Schiffsbeleuchtung angemacht, da das angeblich die Fische anzieht. Als Marcus eine Angel rausgenommen hat, um sich die Konstruktion mal näher anzuschauen, hing ein super kleiner Fisch dran. Das war aber wohl der Fang des Abends. Die Fischereifrauen, die Ihre Ware auch an die Cruiseschiffe verkaufen, sind da sicherlich erfolgreicher unterwegs.

 

Kochkurs – light

Uns wurde vom Boardkoch gezeigt, wie man frische Frühlingsrollen zubereitet. Um es den Gästen wohl möglichst einfach zu machen, wurden die wesentlichen Schritte schon vorbereitet. Das Gemüse war geschnitten, der Salat geputzt, die Fisch- Chilli- Knoblauch Sosse zubereitet und auch die Reisblätter waren schon fertig. Die Kunst bestand also im Einpacken aller Zutaten und dem Zusammenfalten des Reisblattes. Nach der schweren Arbeit wurden wir mit dem Abschiedsmittagessen belohnt und zurück ging es zum Hafen.

Das war sie also unsere Halong Bay Cruise als letztes haben wir noch die Felsformation gesehen, die man als die ‘ Küssende Hühner’ bezeichnet. Schön war’s und auf jeden Fall sehr beeindruckend.



201301VietnamHalongBay

Created 2013-01-04 15:49:49 +0000

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