Dengue

Da die Tauchschule (siehe den letzten Artikel) mir angeboten hatte jederzeit den ersten Tauchgang nochmal ohne zusätzliche Kosten zu wiederholen, rang ich noch mit der Entscheidung. Die wurde mir dann aber abgenommen. Katrin fühlte sich am nächsten morgen nicht so. Scheinbar hatte ihr mal wieder der Wechsel feuchtschwül draußen und drinnen klimatisiert auf die Gesundheit geschlagen.

Erstes Fieber

Das Fieberthermometer bestätigte dann auch den Verdacht: leichtes Fieber. Im Laufe des Tages stieg es weiter an. Da zu der Zeit das Internet im Hotel nicht funktionierte, war ich doch mal wieder dankbar, dass wir auch per thailändischer SIM ins Netz kamen. Schließlich stellte sich uns schon die Frage, ab wann sollte man das Fieber senken und wie (Wadenwickel und/oder Paracetamol) und wann ist dann unbedingt ein Arzt hinzu zu ziehen?

Wir fingen erstmal nur mit Wadenwickel an, da ja Fieber grundsätzlich in Ordnung ist, da sich damit der Körper gegen den “Eindringling” zur Wehr setzt. Erst sank das Fieber, stieg dann zum Abend aber wieder an, so dass Katrin dann doch eine Paracetamol nahm und kurz vor’m Einschlafen nochmal. Inzwischen war das Fieber wieder über 39 Grad gestiegen.

Eigentlich war geplant am übernächsten Tag mit der Fähre nach Chumphon zu fahren und von dort dann mit der Bahn zurück Richtung Bangkok. Also hätten wir dann noch einen Tag zum Ausruhen und Auskurieren. So war dann auch unsere Hoffnung, das Fieber würde über Nacht noch fleissig seine Arbeit verrichten und einen Tag später wäre dann alles wieder im Lot.

Koh Tao International Clinic

Der Tag begann mit deutlich über 39 Grad Fieber. Also informierte ich mich bei der Hotelrezeption nach Ärzten in der Nähe und bat einen Transport dorthin zu regeln.

Wenn man in Deutschland mit einem grippalen Infekt zum Arzt geht, wird man in der Regel mit ein paar Tabletten und dem Rat eine Woche zu Hause zu bleiben wieder entlassen. Diesmal aber nicht. Da die Laboruntersuchungen nur in der Klinik auf Ko Samui gemacht werden konnten, mußten wir uns doch einige Stunden gedulden, da erst gegen Nachmittag die nächste Fähre fuhr, um die Proben zur Untersuchung mit zu nehmen. In der Zeit hatten wir quasi schon so eine Art Krankenzimmer und bei Katrin wurde direkt eine Kanüle gelegt und ein Tropf angeschlossen.

Abends kamen dann die Ergebnisse, allerdings hatte man den Test auf Dengue noch nicht gemacht. Das Problem mit dem Dengue Test ist die geringe Signifikanz eines negativen Ergebnisses, wenn der Test zu früh gemacht wird. Das bedeuted also, wenn der Test negativ ist (also keine Infektion) ist dies nur zu 40% sicher. Ein positives Ergebnis ist aber immer eindeutig. Wir baten trotzdem darum den Test schon jetzt zu machen. Wäre er negativ und Katrin hätte sich am nächsten morgen besser gefühlt, dann hätten wir, so der Arzt, unsere Reise nach Bangkok antreten können.

Positiv

Ich war gerade mit unserer Krankenversicherung am telefonieren, als der Arzt mit Katrin das Ergebnis besprach. Kurz danach wurde auch mir mitgeteilt, dass der Dengue Test positiv ausgefallen war.

Das war dann schon ein komisches Gefühl: Einerseits endlich zu wissen, was das Problem ist, aber andererseits dann das Ergebnis. Da lässt man sich für einige hundert Euros Impfen, hat Malarone im Gepäck und schmiert sich regelmäßig mit Deet ein und dann wird man doch ab und zu von Mücken gestochen. Man kann sich nicht gegen Dengue impfen und selbst eine ursächliche Behandlung gibt es noch nicht. Es hilft nur Mückenabwehr und Glück schliesslich wird schon knapp 40% der Welt als Dengue-endemisch angesehen.

Wir verbrachten danach noch unsere letzte Nacht im Hotel. Am nächsten Tag sollte es mit der ersten Fähre nach Ko Samui gehen.

Krankentransport nach Ko Samui

Katrin wurde wieder an einen Tropf angeschlossen und dann ging es unter Begleitung einer Krankenschwester mit der Fähre nach Ko Samui.

Die Überfahrt war deutlich angenehmer als auf dem Hinweg. Guter Tipp für alle die anfällig für Reiseübelkeit sind: Nicht nur die richtige Fähre auswählen (Seatran war in Ordnung, besser aber nicht die Nachtfähren, Lomprayah sah auch ganz o.k. aus), sondern soweit möglich auch die Windvorhersage (z.B. Windguru) bei der Reiseplanung berücksichtigen (rund 10 Windknoten waren o.k., die Hinfahrt mit über 20 nicht so angenehm).

Angekommen am Fähranleger wartete schon die nächste Krankenschwester auf uns und (zu unserer leichten Verwunderung) ein Tuk Tuk. Dies war allerdings dann doch nur um uns vom Pier zum wartenden Krankenwagen zu bringen. Wenig später waren wir dann im Aufnahmebereich des Bangkok Hospital Samui.

Bangkok Hospital Samui

Während dem Aufnameprozedere erklärte der Arzt die Behandlung und potenziellen Komplikationen von Dengue. Glücklicherweise hatte Katrin abgesehen von Fieber und Kopfschmerzen keine weiteren Probleme. Von den Gliederschmerzen blieb sie verschont, für die Dengue auch den Namen Knochenbrecher-Fieber hat.

Ich kümmerte mich inzwischen um den “Papierkram”, mit der Krankenversicherung und dem Krankenhaus. Dass wir hier in guten Händen sind, war schon durch das deutlich professionellere Equipment klar geworden und wurde vom Kostenvoranschlag für die erste Nacht inkl. Behandlungen nur unterstrichen: 1400 €. Allein der Tagessatz für den Aufenthalt waren schon stolze 670 €. Damit unangefochten die Nummer 1 der Übernachtungspreise unserer Reise. Glücklicherweise wird das Krankenhaus alles direkt mit der Krankenversicherung abrechnen, so dass wir uns keine weiteren Gedanken machen müssen über den Kreditrahmen unserer Visakarten.

Wie geht’s weiter?

Unsere anstehenden Flüge sind erstmal aufgeschoben. Nur unser extra Flug von Hong Kong nach Peking macht unsere Planung etwas unflexibel. Sollten wir nicht bis zu 31. Januar nach Hong Kong kommen, dann wird es schwierig mit dem China Visum und dem Weiterflug am 2. Februar nach Peking.

Kuala Lumpur ist schon gestrichen und so wie es aktuell aussieht könnte auch der Stop-Over in Singapur wegfallen.

Es hängt also alles ein bisschen in der Luft. Entlassungskriterium bei Dengue sind zwei fieberfreie Tage und soweit ist es noch nicht. Nach zwei Tagen auf Ko Tao und drei Tagen hier auf Ko Samui im Krankenhaus sollte mit zwei weiteren Tagen die durchschnittliche Dauer bei einer Dengue Infektion von einer Woche erreicht sei. Aber das ist halt bisher noch graue Theorie.

(Dengue Bild aus: Image courtesy of the CDC Public Health Image Library)