Die Tragik Cambodia's

Die Tragik Cambodia’s

Diesmal ging es weiter mit dem Bus: “Mekong Luxury Express” – hört sich gut an und war es auch. Bequemer Bus und es gab sogar was zu trinken und eine Kleinigkeit zu Essen. Die sechs Stunden Fahrt vergingen wie im Fluge und nach Stunden Natur und reihenweise Reisfeldern landeten wir dann in der Hauptstadt Cambodia's: Phnom Penh.

Der Tag begann allerdings etwas stressig. Nach meiner Laufrunde blieb zwar noch Zeit für's Frühstück, aber plötzlich wurden wir mit der Nachricht überrascht, dass der Shuttlebus da wäre und das obwohl noch gut eine halbe Stunde Zeit war bis zur Abfahrt des eigentlichen Busses.

Die Tragik des Backpackers

Im Eifer des Gefechtes muss es dann passiert sein. Allerdings erst beim Auspacken meines Rucksacks dann der Schreck: Mein Wäschebeutel fehlte. Mir ist schleierhaft, wie ich den beim Packen übersehen konnte. Noch schleierhafter ist mir allerdings, dass das Hotel auf Nachfrage dann mitteilte nichts gefunden zu haben. Damit kommen nach der Zahnpastatube in Dubai nun noch vier T-Shirts, neun Unterhosen und meine kurze Sporthose auf die Verlusteliste.

Also war somit Shoppen angesagt in Phnom Penh. Schnell waren die ersten schön klimatisierten Shoppingtempel gefunden. Preise von 50 – 200 $ für ein T-Shirt machten aber schnell klar, dass wir doch mehr nach kleinen Marktständen Ausschau halten müssen. Der erste Markt war aber dann doch etwas zu “lokal”. Zwischen kleingehakten Hühnern und enthaupteten Fischen wurde Wäsche angeboten, die aussah als sei sie gerade aus den Wäschesäcken anderer Backpacker gekommen.

Dann entdeckten wir in der 9'ten Strasse den Shop eines aus L.A. ausgewanderten Grafikdesigners. Mit 20 $ pro Shirt auch noch nicht ganz günstig aber deutlich netter als alles was wir vorher gesehen hatten. Auf Nachfrage empfahl er uns noch den “Russian Market” für unsere Shoppingtour.

Gegenüber vom Laden sah es doch recht heruntergekommen aus, so zumindest unser erster Eindruck. Darauf angesprochen erzählte der Ladenbesitzer etwas von einen besonderen Architekten und dass dieses Gebäude früher die Unterkünfte für die Sportler waren. Wir schauten nochmal raus… reden wir wirklich vom gleichen Gebäude?

Grund für den heutigen Zustand war wie so vieles in Cambodia die Zeit der Khmer Rouge von 1975-1979, doch dazu später mehr.

Russian Market

Also auf zum Russian Market. Warum 'Russian'? Das wurde nicht echt klar. Babuschkas konnte man dort nicht kaufen.

Nachdem wir in Bangkok die Strassenstände noch “vermieden” hatten, waren wir in Angkor (gezwungenermaßen) schon etwas mutiger geworden. Etwas motiviert doch die Cambodia Folge von Anthony Bourdain's “No Reservation” begaben wir uns diesmal gezielt auf das kulinarische Abenteuer.

Es gab für knapp einen Euro eine Portion von der wir zu zweit satt wurden. Nebenwirkungen sind bisher noch nicht bekannt.

Auch die Shoppingtour war soweit befriedigend. Ein weiteres T-Shirt für 2,50 $ und drei Unterhosen für 6,50 $. Somit bin ich für die nächsten Tage versorgt. Der Markt ist echt zu empfehlen. Hier gibt es quasi alles zu kaufen und er war wesentlich angenehmer von der Atmosphäre als der erste Markt in den wir uns reingewagt hatten.

S21 – Toul Sleng Genocide Museum

Und dann ging es tief hinein in die dunkle Vergangenheit Cambodia's. Nach einen jahrelangen Bürgerkrieg wurde 1975 durch die Khmer Rouge das Land wieder stabilisiert. Allerdings wollten diese ihre Vision eines kommunistischen Bauernstaates verwirklichen. Alles Fortschrittliche und auch die gebildete Bevölkerung stand dem im Wege. Die Bevölkerung wurde auf Land getrieben. Städte verwaisten und besondere Gebäude wurden niedergebrannt oder auf andere Weise zerstört.

Intellektuelle inklusive Ihrer Familien wurden ermordet. Schon das Tragen einer Brille war Grund genug. Insgesamt kamen in nur vier Jahren geschätzt 2 Millionen Menschen so ums Leben. Die Parallele zur deutschen Geschichte macht dies umso tragischer. Kaum zu glauben, dass sowas doch noch mal passieren konnte.

Das S21 war ursprünglich eine Schule und wurde nach der Vertreibung der Bevölkerung auf's Land umgewandelt in ein Gefängnis und Foltereinrichtung. Die Gebäude sind in dem Zustand erhalten worden, wie man sie zum Ende der Khmer Rouge Zeit vorgefunden hat. Insgesamt waren hier gut 20000 inhaftiert und sind hier oder außerhalb der Stadt hingerichtet worden.

Wenn man dort durch die Gebäude geht, kann man sich nur im Ansatz vorstellen was dort passiert ist. Vielleicht auch besser so. Eine richtige Vorstellung davon ist sicher nicht leicht zu ertragen.

Morgen fahren wir dann zu den Killing Fields raus im Süden von Phnom Penh. Nur eines von vielen, die in ganz Cambodia gefunden wurden.

201212CambodiaPhnomPenh

Created 2012-12-16 12:09:35 +0000

Zeige Bilder 1-12 von 64
IMAGE_FE72544E-B87E-4962-934E-EAA6BC620F93.JPG IMAGE_435B8F2E-7892-40D3-983F-91691E2C8D96.JPG IMAGE_45A0E664-5C17-4D92-AE14-9B16A539C7EC.JPG IMAGE_FDACEB91-00A8-4EE8-A73E-8373345DC254.JPG IMAGE_0FA300D5-9DA5-489D-BECE-0C773CC97DF5.JPG IMAGE_37B138C7-436A-475E-9139-847F543F8A04.JPG IMAGE_ED59423C-C8F2-42B4-B43D-DDD1EE533A5A.JPG IMAGE_E5351E7C-86D2-4D9D-BACF-5959F193E9BA.JPG IMAGE_1A2AEEB4-6F1D-4B12-B867-5CBA865CDA6D.JPG IMAGE_01255354-F8D0-41E4-AA6A-D04D23097DB7.JPG IMAGE_5A6C1774-B23C-442A-908C-731BED2E5428.JPG IMAGE_AB1F30D3-2476-4E43-85EB-5BF078D921A2.JPG
Zeige Bilder 1-12 von 64