Mission control - der Planungsendspurt

Mission control – der Planungsendspurt

Den sogenannten “Point of no return” haben wir jetzt wohl erreicht. Ich hab den Aufhebungsvertrag unterzeichnet und Katrin hat auch bereits gekündigt. Im Oktober müssen wir alle anderen wichtigen Verträge, wie z.B. Wohungsmietvertrag, Krankenversicherung etc. kündigen.

Der Masterplan

Es ist doch einiges zu erledigen, bevor wir auf Weltreise können. Nur war bisher das meiste noch davon abhängig wann es nun echt los gehen würde. Nun ist der Startschuss gefallen für den Endspurt und so haben wir unsere Photomagnetwand geräumt für unseren Meta-Master-Plan.

Wohnsitz

Wo wohnt man eigentlich, wenn man auf Weltreise ist? Naja, zumindest nicht da, wo man keine Wohnung mehr hat, haben wir lange gedacht. Plan war deshalb: abmelden in Amsterdam und dann proforma bei Katrins Eltern anmelden, damit mit der Post von irgendwelchen Behörden nichts schief geht.

Weltreisen an sich ist beim deutschen Einwohnermeldeamt an sich kein Zustand mit dem dort jemand was anfangen kann. Die Definition von Lebensmittelpunkt fällt doch etwas schwer. Umso mehr war ich überrascht als ich durch die Seiten der Amsterdammer Behörde stöberte. Neben den Umzug ins Ausland war dort auch die Möglichkeit einer längeren Reise als Abmeldegrund erwähnt. Und noch besser: als Beispiel war eine Weltreise gegeben.

Möbeleinlagerung

Wohnung auflösen oder nicht, war bei uns keine Frage. Wir wollten ja eh zurück ziehen nach Deutschland. Endlich mal etwas ohne wenn und aber. Die Frage die blieb: Wohin mit unseren Hausrat?

Erst schaute ich mir im Internet die inzwischen weit verbreiteten Selfstorage Anbieter an. Billig ist das ja nicht und der 24/7 Zugang zum Lager ist nicht gerade etwas was wir nötig haben. Günstigere Abgebote, die ich fand, waren z.B. eine Scheune die mit ein paar Bauzäunen und Planen aufgeteilt war (etwas sicherer darf es schon sein) und einen Anbieter im Amsterdammer Hafen. Der Preis lag bei gut einem drittel der Selfstorage Anbieter, so das ich erst meine Zweifel hatte.

Die waren aber doch nicht berechtigt. Die 20ft Seecontainer sahen 1a aus und einer sollte auch so grob langen. Alternativ gibt es noch kleinere Boxen, die in einer beheizten Lagerhalle stehen. Vielleicht ganz gut falls der Seecontainer doch nicht langt. So ein Container kosten nur 75 € im Monat im Stapel, d.h. nicht mehr direkt zugänglich, aber das ist bei uns auch nicht nötig.

Krankenversicherung

Die niederländische Krankenversicherung ist im Vergleich zur Deutschen schon recht preisgünstig (wir zahlen für den Basisschutz etwas mehr als hundert Euro), umso überraschender ist es doch, dass eine Auslandskrankenversicherung für unsere sieben Monate sogar noch günstiger ist.

Kleine Herausforderung bei der Auswahl der Versicherung war und ist noch stets die Tatsache, dass wir wohl nicht bei Reiseantritt in Deutschland gemeldet sind. Mit der Versicherung von STA Travel haben wir aber eine Versicherung gefunden, die auch mit einem ausländischen Wohnsitz funktioniert. Für die sieben Monate sind es dann 399 € pro Person.

Arbeitsamt

Mit den deutsch-niederländischen Unterschieden habe ich mich ja schon beim Aufhebungsvertrag beschäftigen dürfen. Beim (evtl. nötigen) Recht auf Arbeitslosengeld wird es dann nicht einfacher.

Niederlande

Ich kann quasi ab Anfang November Arbeitslosengeld bekommen, nur wird als Gegenleistung erwartet, dass man sich aktiv darum kümmert einen neuen Job zu finden, sprich Bewerbungen schreiben etc. Nur macht das gar keinen Sinn, da wir drei Wochen später schon weg sind. Andererseits wird es nach der Weltreise noch schwierig genug mit dem Arbeitslosengeld, wieso also nicht jetzt noch das nehmen was möglich ist?

Grundsätzlich kann man max. 20 Tage Urlaub pro Jahr nehmen und ist dann vom Bewerben freigestellt. Länger geht auch, nur dann ohne Arbeitslosengeld, aber die Sache hat ein paar Haken

  • Max. 6 Monate, sprich unsere Weltreise ist dann zu lang.
  • Man muss trotzdem weiter sich Bewerben und auch Arbeit annehmen, ansonsten wird das Arbeitslosengeld gekürzt.
  • Details gibts in der Broschüre vom UWV.

Das funktioniert also hinten und vorne nicht bei uns.

Deutschland

Hätten wir in Deutschland gearbeitet, dann wäre es alles viel einfacher. Da hätten wir dann zwei Varienten:

  1. Erstmal gar nicht arbeitslos melden und erst nach der Weltreise dann zum Arbeitsamt. Das geht so lange gut bis zu einer Weltreise von einem Jahr. Entscheident ist nämlich, dass man in den lezten zwei Jahren mindestens zwölf Monate gearbeitet hat.
  2. Sollte man vor der Weltreise länger arbeitslos sein oder die Reise ist länger als ein Jahr, dann sollte man sich auch schon vor der Reise arbeitslos melden. Für die Weltreise meldet man sich dann ab und kann bis zu vier Jahre später wieder sein Recht auf Arbeitslosengeld geltend machen.

Schön wär’s! Gilt leider nicht für uns. Aber dank der EU gibt’s da noch was für uns. Wir können unser niederländisches Recht auf Arbeitslosengeld auch für 3 – 6 Monate “mitnehmen” nach Deutschland. Nur wie oben schon beschrieben ist nach der Weltreise nicht mehr viel übrig von diesem Recht.

Und so bleibt wohl nur der Griff in die Trickkiste. Denn sollten wir wieder in Deutschland sozialversicherungpflichtig arbeiten und dann erneut arbeitslos werden, dann ist eine Anrechnung der Arbeitszeit in den Niederlanden überhaupt kein Problem (wieder dank der EU). Also direkt nach der Rückkehr einen Sommeraushilfsjob organisieren, parallel was richtiges suchen und dabei entweder schnell erfolgreich sein (das ist doch der eigentliche Plan) oder falls nicht, dann zurückfallen auf das deutsche Arbeitslosengeld. Dies übrigens war so mehr oder weniger das erste was mir mein Ansprechpartner bei der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) erklärte auf meine Nachfrage.

Der Rest

Und dann noch all die anderen Kleinigkeiten, wie Zeitschriftenabos (hätten wir schon viel früher machen müssen, da Jahresabo…), Handyverträge (lassen wir nun doch laufen, schliesslich brauchen wir doch eine Telefonnummer für die Bewerbungen am Ende der Reise), Internet, Fernsehen, Festnetz, …